Erneut Kritk an Microsoft wegen Steuerpraktiken

Der US-IT-Konzern Microsoft muss sich wegen „Steueroptimierungen“ in den USA erneut Kritik gefallen lassen. Laut dem Anfang August veröffentlichten Geschäftsbericht hat das US-Unternehmen in den letzten zwei Jahren rund 43 Mrd. Dollar (36,5 Mrd. Euro) verdient. Davon seien allerdings nur etwa 0,3 Prozent (128 Mio.) in den USA erwirtschaftet worden.

Das scheine nicht sehr plausibel, schreibt das Institute on Taxation and Economic Policy (ITEP). Dort vermutet man, dass ein Großteil der Gewinne des Konzerns auf Konten in Steueroasen liegt. Für US-Unternehmen ist das besonders interessant, weil sie im Ausland erwirtschaftete Gewinne in den USA nicht versteuern müssen, solange das Geld nicht in die USA zurückgebracht wird.

Nicht mehr als drei Prozent Steuer

Microsoft hat im Schnitt nur etwa 3,0 Prozent Steuern gezahlt, schließt das ITEP aus dem Geschäftsbericht. Der IT-Konzern gibt dort an, dass eine Rückführung des Auslandsvermögens zu einer Besteuerung von 31,7 Prozent führen würde.

In den USA wäre eine Unternehmenssteuer von 35 Prozent abzüglich der schon im Ausland geleisteten Steuer fällig. Eine derart niedrige Besteuerung sei aber nur in Steueroasen denkbar - und es sei unglaubwürdig, dass Microsoft den Löwenanteil seines Umsatzes in kleinen Karibikstaaten gemacht hat.