Studie: Viele beziehen Politinformation aus dem Netz

Die von Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) initiierte Beratungs- und Meldestelle gegen Hasspostings und Cybermobbing nimmt am 15. September ihren Betrieb auf. Den Zuschlag für den Betrieb erhielt die Anti-Rassismus-Initiative ZARA, wie heute in einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde. Begleitend dazu erstellte der Sozialwissenschaftler Peter Filzmaier eine Studie zum Thema. Filzmaier betonte die Notwendigkeit von Regulativen. Das belege auch die Studie, für die rund 1.200 Personen im Mai und Juni online befragt wurden.

Umfrage zur Nutzung sozialer Medien zur politischen Information, Erfahrungen mit Fake News und Hass-Postings

Grafik: APA/ORF.at; APA/Institut für Strategieanalysen

Laut dieser sind 65 Prozent der Internetnutzer in Sozialen Netzwerken aktiv. Politische Informationen werden vor allem via Facebook (60 Prozent) und Twitter (45 Prozent) bezogen. Zwar werde weiterhin traditionellen Medien eher vertraut, schnelle Information bietet für die meisten aber das Internet.

Hasspostings werden oft ignoriert

Groß ist laut Studie aber die Skepsis gegenüber Meldungen in Sozialen Netzwerken. So gaben 77 Prozent an, aus diesem Grund schon einmal gezielt nach weiterer Information gesucht zu haben. Mit „Fake News“ machte bereits etwas mehr als die Hälfte der Befragten „sehr oft“ oder „manchmal“ Bekanntschaft, der Großteil (84 Prozent) hält die Einschätzung solcher Falschmeldungen - zumindest für andere - „sehr schwierig“ oder „eher schwierig“.

Immerhin gab wieder etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) an, selbst schon eine Nachricht geglaubt zu haben, die sich später als falsch herausstellte. Wahrnehmung von Hasspostings haben bereits 45 Prozent gehabt. Verhalten bleiben dabei die Reaktionen: 53 Prozent gaben an, die Meldungen üblicherweise zu ignorieren, 29 Prozent der befragten verlassen in einem solchen Fall die Seite. Meldefunktionen nutzen immerhin 31 Prozent.