Kroatien verbannt Tito aus öffentlichem Raum

Das jüngste EU-Mitglied Kroatien verbannt den einstigen kommunistischen Staatsgründer Jugoslawiens, Josip Broz Tito, aus dem öffentlichen Raum.

Der bis zu seinem Tod 1980 lebenslange Staats- und Parteichef darf nicht mehr Namensgeber für einen der wichtigsten Plätze in der Hauptstadt Zagreb sein, wie der Stadtrat heute beschloss. Der Marschall-Tito-Platz mit dem Nationaltheater als zentralem Gebäude heißt jetzt Platz der Republik Kroatien.

Der Namensänderung war ein jahrelanger Kulturkampf vorausgegangen. Die jetzt siegreiche Mehrheit sieht in dem 1892 geborenen Partisanenführer, der im Zweiten Weltkrieg kämpfte, einen Diktator. Die Minderheit hält ihm die Schaffung des unabhängigen kommunistischen Vielvölkerstaates Jugoslawien zugute, dem viele in den heutigen Nachfolgestaaten nachtrauern.