EU-Verteidigungsminister üben Reaktion auf Cyberangriff

Die EU-Verteidigungsminister haben heute erstmals an einer Übung zur Abwehr eines Cyberangriffs teilgenommen. Bei einem Treffen in Estland begann die Planübung „EU Cybrid 2017“, die Hackerangriffe auf das Hauptquartier einer EU-Mission simuliert. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nahm als Beobachter teil.

Die Übung solle den Ministern verdeutlichen, „wie wichtig es ist, sowohl vom politischen als auch vom technischen Standpunkt her vorbereitet zu sein“, sagte Estlands Verteidigungsminister Jüri Luik, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Den Ressortchefs solle vor Augen geführt werden, „dass sich schnell entwickelnde Situationen schnelle Entscheidungen erfordern könnten“.

NATO-Zusammenarbeit „wichtig“

Stoltenberg sagte, die Zahl der Cyberangriffe auf die Computernetzwerke seiner Organisation sei über das vergangene Jahr um 60 Prozent gestiegen. Es sei für die NATO „wichtig, mit der EU zusammenzuarbeiten, um unsere Alliierten und Mitglieder zu verteidigen“. Er kündigte an, dass die EU dieses Jahr an einer großen NATO-Übung zur Cyberabwehr teilnehmen wird.

Bei der zweistündigen EU-Übung werden die Minister mit Angriffsszenarien konfrontiert und müssen eine Auswahl aus vorgegebenen möglichen Reaktionen treffen. Die EU-Außenminister hatten im Juni beschlossen, dass die Europäische Union künftig auch mit Sanktionen auf Hackerangriffe reagieren kann.