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Gebäude stürzten ein

Bei einem Erdbeben der Stärke von 8,1 bis 8,4 - die Angaben variieren - in Mexiko sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete der Fernsehsender Foro TV am Freitagvormittag (MESZ) unter Berufung auf Mexikos Präsidenten Enrique Pena Nieto.

Erste Berichte sprechen auch von größeren Schäden. Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Mataas Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein, über mögliche Opfer wurde aber zunächst nichts bekannt. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.

Karte von Mexiko

Grafik: APA/ORF.at

Bereits kleinere Tsunami-Wellen

Das Epizentrum der Erschütterungen befand sich laut der US-Erdbebenwarte (USGS) vor der Küste von Chiapas 87 Kilometer südwestlich der Stadt Pijijiapan. Laut zuständigem Tsunami-Warnzentrum löste das Beben bereits kleinere Wellen von bis zu 70 Zentimeter Höhe aus. Für mehrere Länder der Region wurde daher eine Tsunami-Warnung ausgegeben - sie umfasste neben Mexiko mehrere Staaten in Mittelamerika sowie das südamerikanische Ecuador. 

Zerstörte Gebäude in Oaxaca

APA/AP/Luis Alberto Cruz

Ein eingestürztes Haus

Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in Chiapas in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien wegen der Tsunami-gefahr vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas Freitagfrüh (Ortszeit) auf Twitter mit. Die Behörde veröffentlichte Bilder von der Evakuierung des Ortes. Darauf war zu sehen, dass Bewohner in Lastwagen in Sicherheit gebracht wurden.

Bis nach Mexiko-Stadt zu spüren

Die Erdstöße waren auch in der etwa 700 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in andern Bundesstaaten und mehreren Ländern Mittelamerikas zu spüren. In Mexiko-Stadt und anderswo kam es zu zahlreichen Stromausfällen. Viele Menschen rannten in Schlafgewand auf die Straße. Alarmsignale waren zu hören. Das Beben ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit). Im Süden des Landes wurden Gebäude teils schwer getroffen.

Wellen könnten über vier Meter erreichen

Staatspräsident Pena Nieto berief sofortige Krisensitzungen ein, "um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen". Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen von bis zu 4,20 Meter Höhe. In Mexiko-Stadt, Oaxaca und Chiapas soll am Freitag der Unterricht in allen Schulen ausfallen, um die Gebäude auf mögliche Schäden durch das Beben zu überprüfen.

Gesperrter Flugafen in Mexiko Stadt

Reuters/Edgard Garrido

Auf Teile des Flughafens in Mexiko Stadt wurden beschädigt

50 Millionen spürten die Erschütterungen

Nach Angaben von Pena Nieto ist das Erdbeben das stärkste in der Region gemessene seit 1932. Rund 50 Millionen Menschen hätten in Mexiko die schweren Erschütterungen zu spüren bekommen, sagte er Freitagvormittag dem Sender Foro TV. "Es handelt sich um ein Beben großen Ausmaßes." Pena Nieto teilte mit, es habe bisher 42 Nachbeben gegeben. Das stärkste wurde mit 6,1 angegeben. Der Präsident warnte, dass Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich seien. Er war umgehend zum Katastrophenzentrum des Landes gefahren. Rund 1,5 Millionen Menschen waren ohne Strom.

Nach dem Erdbeben vor der mexikanischen Pazifikküste werden auch im Nachbarland Guatemala Schäden befürchtet. Präsident Jimmy Morales sagte am Freitag im Fernsehen, dass man sich einen Überblick verschaffe. Den Behörden zufolge hatte das Beben in Guatemala eine Stärke von 7,7. 

Pazifischer Feuerring

Nach Angaben der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ereigneten sich die zuvor stärksten Erdbeben in Mexiko am 3. Juni 1932 (Stärke 8,1) und am 19. September 1985 (Stärke 8,0). Bei diesem Beben starben mehr als 9.000 Menschen. 

Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Im Golf von Mexiko ist derzeit zudem der Hurrikan „Katia“ unterwegs. Eine Hurrikanwarnung sei für Teile des Staates Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen.

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