UNHCR plant Flüchtlingszentrum in Libyen

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verhandelt mit den libyschen Behörden über den Aufbau eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land. Libysche Sicherheitskräfte würden die Einrichtung außen schützen, das UNHCR übernehme das Management, sagte der Sondergesandte des UNHCR für das zentrale Mittelmeer, Vincent Cochetel, der deutschen „Welt“.

„Wir hoffen, dass wir bis zu 1.000 Flüchtlinge in einem solchen Zentrum unterbringen, medizinisch versorgen, psychosozial betreuen sowie dauerhafte Lösungen für sie finden können“, sagte Cochetel. Es gebe viele Migranten in Libyen, „die für ihre Überfahrt bezahlt haben und die noch nicht aus Libyen abgelegt haben. Es gibt das Risiko, dass nun noch mehr Migranten in Haftanstalten landen, entweder unter der Führung der Regierungsbehörden oder solchen Lagern, die in den Händen der Schmuggler sind. Die Bedingungen sind schlimm“, so Cochetel. Er räumt ein, dass das Aufnahmezentrum lediglich „ein Tropfen im Ozean“ sei.

Libyen befindet sich seit Jahren im Chaos und hat keine funktionsfähige Regierung. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder schreckliche Zustände in den Lagern und schwerste Misshandlungen von Migranten an.