Themenüberblick

Hass gegen Minderheit nimmt zu

Die Rohingya sind eine nicht anerkannte muslimische Minderheit im buddhistischen Myanmar in Südostasien. Ihre Zahl wird auf rund eine Million geschätzt. Seit der Öffnung des Landes nach dem Ende der Militärdiktatur 2011 schüren vor allem buddhistische Mönche den Hass auf die Bevölkerungsgruppe.

Der Großteil der Rohingya, die in Myanmar leben, ist staatenlos. Sie leben in apartheidartigen Bedingungen im Bundesstaat Rakhine im Westen des mehrheitlich buddhistischen Landes. Die Staatsbürgerschaft wird ihnen seit Jahrzehnten verweigert.

Begriff „Rohingya“ wird offiziell nicht verwendet

2012 kam es zu schweren Unruhen, bei denen Dutzende Rohingya getötet und 140.000 in Internierungslager gesperrt wurden. Die UNO bezeichnete die Zustände in den Lagern als „abgründig“. Die Rohingya kamen mit den britischen Kolonialherren aus der Region Bangladesch nach Myanmar, viele schon vor mehr als 150 Jahren.

Die Minderheit bezeichnet sich selbst als Rohingya und will damit klarstellen, dass es sich um eine eigenständige Volksgruppe handelt. Der Begriff Rohingya wird von offizieller Seite in Myanmar allerdings nicht verwendet. Auch die Mehrheit der Bevölkerung spricht von der verfolgten Minderheitengruppe als „Bengali“ und suggeriert damit, dass es sich um illegal eingewanderte Menschen aus dem Nachbarland Bangladesch handle.

„Angst treibt die Leute fort“

„Die Leute können die Hoffnungslosigkeit nicht ertragen, sie sterben lieber auf See, als diese Diskriminierung weiter zu ertragen“, sagte ein Rohingya-Abgeordneter, der aus Angst vor Repressalien seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, im Jahr 2015 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Angst treibe die Leute fort.

„Wir wollen hier friedlich leben, wir wollen unser Land nicht aufgeben. Aber was sollen die Leute tun, wenn sie vom Staat verfolgt werden?“ Bei der Flucht per Boot geraten viele in die Hände thailändischer Schlepper und müssen in sklavenähnlichen Verhältnissen auf Fischerbooten arbeiten. Andere erreichen Thailand oder Malaysia und werden dort ausgebeutet.

Amnesty sieht „Kriegsverbrechen“

Im Juli erhob die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schwere Vorwürfe gegen die Armee in Myanmar. Sie sieht schwere Menschenrechtsverstöße im Umgang mit ethnischen Minderheiten, darunter die Rohingya - bis hin zu „Kriegsverbrechen“.

Suu Kyi lehnt Untersuchungsmission ab

Die De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verbesserte die Lebenssituation der Rohingya nicht. Eine UNO-Untersuchungsmission zu Vorwürfen von Gewalt und Verfolgung der Rohingya lehnte sie noch im Mai ab. Diese würde die Volksgemeinschaften in der westlichen Bundesstaat Rakhine „weiter spalten“ und nicht hilfreich sein, eine Lösung zu finden, sagte Suu Kyi.

Links: