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Warnung vor Sturmfluten weiter aufrecht

Diebe haben Berichten zufolge das Chaos durch Hurrikan „Irma“ in Florida genutzt, um Geschäfte zu plündern und in Wohnungen einzubrechen. US-Medien schilderten aus mehreren Städten an der Ostküste des US-Bundesstaats Überfälle, viele Täter seien bewaffnet. In der Stadt Weston wurde nach Angaben verschiedener lokaler Medien ein 17-jähriger Dieb von einem Sicherheitsbeamten angeschossen.

Der Bursch wurde ins Krankenhaus gebracht, während sein Komplize verhaftet wurde. Auch bei vielen anderen Vorfällen seien die beobachteten Täter jung oder in Gruppen organisiert gewesen. Nach Angaben des Fernsehsenders NBC wurden am Sonntag mehrere Verdächtige wegen der Plünderungen festgenommen. Der Sender zeigte ein Video von einem Diebstahl, den ein Reporter des Senders selbst beobachtet habe.

6,3 Millionen Menschen waren aufgefordert, sich vor „Irma“ in Sicherheit zu bringen. Viele Wohnungen sind daher derzeit unbewohnt, auch viele Geschäftsinhaber haben die Städte im südlichen Florida verlassen. Schon auf den karibischen Inseln hatten Plünderer vor einigen Tagen das Chaos nach dem Hurrikan für Diebstähle und Einbrüche genutzt.

„Bleiben Sie drinnen“

Obwohl „Irma“ mittlerweile zum tropischen Sturm herabgestuft wurde, wurde am Montag weiterhin vor dessen Gefahren gewarnt. Unter anderem blieb die Warnung vor Sturmfluten aufrecht. Floridas Gouverneur Rick Scott ermahnte die Bürger zu Wachsamkeit: „Bleiben Sie drinnen. Bleiben Sie in Sicherheit“, schrieb er im Kurzmitteilungsdienst Twitter. „Sogar 15 Zentimeter Wasser, das sich bewegt, kann Sie mitreißen.“

„Irma“ zog am Montag weiter über das Festland des US-Bundesstaats und dabei auch über die dicht bevölkerte Region der Metropole Tampa an der Westküste Florida. Dort gab Bürgermeister Bob Buckhorn aber bereits eine vorsichtige Entwarnung. Die Schäden seien weniger groß als zunächst befürchtet, wie Buckhorn laut CNN bei einer Pressekonferenz sagte. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums werde „Irma“ bis Dienstag mit 30 km/h Richtung Georgia ziehen und dann auch Alabama erreichen.

Ein Mann vor der Skyline Tampas

Reuters/Chris Wattie

Ruhe vor dem Sturm in Tampa

5,8 Millionen ohne Strom

„Irma“ war am Sonntag mit voller Wucht an der Südspitze Floridas gelandet. Der Wirbelsturm zog zunächst mit extrem starken Böen und schweren Regenfällen über die vorgelagerte Inselgruppe Florida Keys hinweg, traf dann etwas weiter nördlich an der Westküste des US-Bundesstaats erneut auf Land und zog dann etwas weiter östlich als erwartet weiter, wie der US-Wetterdienst mitteilte.

Miami hatte Glück im Unglück

In Miami hat man das Schlimmste überstanden, acht Stunden wütete der Hurrikan über der Stadt. Insgesamt kam man mit einem blauen Auge davon, jetzt zieht der Sturm weiter nach Norden.

Nach Angaben des Katastrophenschutzes waren am Montag 5,8 Millionen Haushalte in Florida von der Stromversorgung abgeschnitten - mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Haushalte in dem Bundesstaat. Wie groß die Schäden am Ende sein werden, ist noch unklar - es wird aber wohl um viele Milliarden Dollar gehen.

Bundeshilfen freigegeben

US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Vom Weißen Haus wurde unterdessen bereits der Weg für Bundeshilfen zugunsten des von „Irma“ getroffenen Florida frei gemacht. Damit können sich Bewohner und Unternehmen um Zuschüsse bewerben - etwa für Hausreparaturen und für vorübergehende Unterkünfte. Zugleich ordnete Trump am Sonntag an, den Bezirken mit Bundesmitteln unter die Arme zu greifen. Sie sollen etwa einen Großteil der Gelder erstattet bekommen, die sie für Maßnahmen wie Evakuierungen und die Beseitigung von Trümmern aufwenden müssen.

Gesperrter Eingang zum Sea World

APA/AP/John Raoux

Der Eingang zum wegen „Irma“ geschlossenen Themenpark Sea World in Orlando

Mehrere Tornados

Sonntagfrüh Ortszeit hatte „Irmas“ Auge mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h die Florida Keys erreicht. Dort hieß es vielerorts „Land unter“. Später am Tag entwickelten sich an der Ostküste allein binnen einer Stunde sechs Tornados, wie der nationale Wetterdienst berichtete. In Miami brachen mindestens zwei große Baukräne im Sturm zusammen, meldete der „Miami Herald“. Wie der Sender ABC berichtete, starben Sonntagfrüh drei Menschen bei vom Wetter mitverursachten Verkehrsunfällen.

Karte vom Hurrikan Irma

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/NOAA

Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie sich Wassermassen durch die Innenstadt Miamis wälzen. An seiner Westseite drückte der Wirbelsturm das Wasser zunächst von der Küste weg. Bilder zeigten leere Hafenbecken; andernorts hatte sich das Wasser meterweit von der Strandpromenade entfernt.

Der Miami River tritt in Miami über die Ufer

Reuters/Carlos Barria

Land unter in Miami: „Irma“ brachte Wassermassen in die Millionenmetropole

Schwere Schäden auf mehreren Inseln

„Irma“ hält die Region bereits seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete gelten als unbewohnbar. Schwere Schäden gab es unter anderem auf den Inseln Barbuda, Saint-Martin, Saint-Bartelemy sowie den Jungferninseln. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 200 km/h traf „Irma“ in der Nacht auf Samstag auch auf Kuba. Wie am Montag vom Zivilschutz mitgeteilt wurde, hat „Irma“ dort zehn Menschenleben gefordert.

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