Hungerstreikende unterstützt: Anwälte in Türkei verhaftet

Die türkischen Behörden haben gestern mindestens 15 Anwälte einer Vereinigung festgenommen, die zwei seit Monaten verhaftete und in den Hungerstreik getretene Akademiker unterstützt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, erfolgten die Festnahmen in Ankara und Istanbul.

Wegen der Inhaftierung der Dozentin Nuriye Gülmen und des Lehrers Semih Özakca gibt es in Ankara seit Monaten Spannungen und nahezu täglich Unterstützerkundgebungen, gegen die die Polizei wiederholt einschritt.

Festnahme zwei Tage vor Prozessbeginn

Die Festnahme der Anwälte erfolgte zwei Tage vor der Eröffnung des Prozesses gegen Gülmen und Özakca. Sie waren im Zuge der landesweiten Verhaftungswelle nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 aus dem Dienst entlassen worden und waren im März 2017 in den Hungerstreik getreten. Ende Mai wurden Gülmen und Özakca unter dem Vorwurf der Zugehörigkeit zur marxistischen Gruppierung DHKP-C inhaftiert.

Die Anwaltsvereinigung selbst, das Büro für Volksrechte (HBB), teilte mit, die Festnahmewelle habe insgesamt 18 Anwälten gegolten, von denen mindestens 13 festgenommen worden seien. Über das Schicksal der anderen fünf Anwälte sei nichts bekannt.