Homoehe-Vorkämpferin Edith Windsor verstorben

Die Vorkämpferin für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in den USA, Edith Windsor, ist tot. Windsor starb gestern im Alter von 88 Jahren, wie ihre Anwältin sagte. Ihr Kampf vor Gericht für die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften ebnete der Homoehe in den Vereinigten Staaten den Weg.

Windsors Prozess führte 2013 dazu, dass der „Defense of Marriage Act“ (DOMA) gekippt wurde, der es gleichgeschlechtlichen Paaren verwehrte zu heiraten. Was anfangs nur für eine Handvoll Bundesstaaten galt, wurde 2015 durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in den Vereinigten Staaten überall erlaubt.

Rechtsstreit über Erbschaftssteuer

Windsor war zunächst jahrzehntelang in Kanada mit Thea Spyer verheiratet. Als Spyer starb, sollte Windsor 363.000 Dollar (304.000 Euro) Erbschaftssteuer zahlen - für ein heterosexuelles Paar wäre es weitaus weniger gewesen. Der Fall brachte die rechtliche Diskriminierung homosexueller Paare ans Licht.

Die 1929 als Tochter jüdisch-russischer Immigranten geborene Bürgerrechtlerin engagierte sich viele Jahre für Schwule und Lesben. Die ausgebildete Programmiererin arbeitete anfangs für den Computerkonzern IBM in New York. Nach kurzer Ehe mit einem Mann ließ sie sich scheiden, bevor sie wenige Jahre später Spyer traf.

Obama würdigt Verstorbene

Ihr letzte Ehefrau Judith Kasen-Windsor würdigte die Verstorbene als „stahlharte Kämpferin für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit“. Der frühere US-Präsident Barack Obama nannte Windsor eine Vorkämpferin „nicht für eine Sonderbehandlung, sondern für Gleichbehandlung“ der Homosexuellen.