Rekordbeschäftigung in Großbritannien trotz „Brexit“-Sorge

Trotz der Verunsicherung durch den anstehenden „Brexit“ ist die Arbeitslosigkeit in Großbritannien auf das niedrigste Niveau seit mehr als 40 Jahren gefallen. Die Quote sank von Mai bis Juli um einen Tick auf 4,3 Prozent, wie das Statistikamt heute in London mitteilte. Das ist das niedrigste Niveau seit 1975.

Die Anzahl der Erwerbstätigen legte um 181.000 auf die Rekordzahl von 32,136 Millionen Menschen zu. Allerdings schrumpfen die Reallöhne angesichts der steigenden Inflation. Sie gaben um 0,4 Prozent nach. Zwar stiegen die Löhne um durchschnittlich 2,1 Prozent, doch fraß die höhere Inflation diese Zuschläge auf.

Kauflaune getrübt

Die Teuerungsrate kratzt mittlerweile an der Dreiprozentmarke. Ein Grund dafür ist das schwache Pfund, das nach dem „Brexit“-Votum vom Sommer 2016 kräftig Federn lassen musste. Für Einfuhrprodukte wie etwa Textilien und Öl müssen die Briten daher tiefer in die Tasche greifen.

Die Folgen des Votums trüben so die Kauflaune der Bürger und erweisen sich als Bremsklotz für die Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen April und Juni lediglich um 0,3 Prozent. Neben der Zurückhaltung der Konsumenten trugen auch stagnierende Investitionen der Firmen und eine Flaute am Bau zur mauen Konjunktur bei.