Auch Ungarn will Kroatiens OECD-Beitritt blockieren

Kroatien wird wegen bilateraler Streitigkeiten gleich von zwei Nachbarländern die Unterstützung für seinen Beitritt zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwehrt. Neben Slowenien behindert nun auch Ungarn die OECD-Mitgliedschaft Kroatiens. Grund dafür ist nach Angaben aus Budapest der Streit zwischen Zagreb und dem ungarischen Mineralölkonzern MOL.

Zuvor hatte bereits Slowenien angekündigt, die OECD-Mitgliedschaft Kroatiens nicht unterstützen zu wollen. Ljubljana weigert sich, das Nachbarland beim OECD-Beitritt zu unterstützen, weil Zagreb den Schiedsspruch über den Grenzverlauf ablehnt.

Kroatische Präsidentin sieht keinen Zusammenhang

„Die Entscheidung Ungarns steht nicht im Zusammenhang mit der slowenischen Blockade und bedeutet nicht, dass Ungarn in diesem Fall Kroatien erpressen will“, betonte die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic laut Medienberichten in Budapest. Nach Ansicht von Grabar-Kitarovic ist die Entscheidung Ungarns nicht politisch motiviert.

Bei einem Treffen mit ihrem ungarischen Amtskollegen Janos Ader und Ministerpräsident Viktor Orban sei ihr versichert worden, dass es sich nicht um Erpressung, sondern um den Schutz ungarischer Wirtschaftsinteressen handle, betonte die kroatische Präsidentin. Ungarn sei unzufrieden damit, wie die Situation um MOL und das kroatische Erdölunternehmen INA behandelt werde, erläuterte sie.