Brasiliens Präsident scheitert mit Intervention in Justiz

Brasiliens unter Korruptionsverdacht stehender Präsident Michel Temer ist mit dem Versuch gescheitert, den Chefermittler in seinem Fall abzusetzen.

Der Oberste Gerichtshof des Landes stimmte gestern in Brasilia einstimmig dafür, Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot im Amt zu belassen. Janot hatte Anklage gegen Temer wegen der Annahme von Bestechungsgeldern beantragt.

Vorwurf der Bestechung

Das Parlament verhinderte allerdings Anfang August einen Prozess gegen den Staatschef. Am Obersten Gerichtshof stimmten nun alle neun Richter gegen den Vorschlag Temers, den missliebigen Chefermittler durch die Juristin Raquel Dodge zu ersetzen. Damit bleibt Janot im Amt und könnte den Präsidenten weiterer Vergehen wie etwa Behinderung der Justiz beschuldigen.

Temer wird vorgeworfen, 500.000 Real (rund 130.000 Euro) Schmiergeld vom Chef des Fleischkonzerns JBS, Joesley Batista, angenommen zu haben. Er bestreitet das.