Agrokor-Krise: Bank will Kreditrückzahlung einklagen

Die russische Sberbank will den kroatischen Agrokor-Konzern nicht mehr finanzieren. Das hat Sberbank-Chef German Gref angekündigt, wie die kroatische Nachrichtenagentur HINA mit Verweis auf russische Medien berichtete. Der größte Gläubiger des angeschlagenen Großunternehmens werde seine Forderungen bei Gericht einklagen, hieß es. Agrokor steht bei der Sberbank mit 1,1 Mrd. Euro in der Kreide.

Der Sberbank-Chef kritisierte die Situation rund um Agrokor als einen „beispiellosen Betrug“. Man werde auch die Wirtschaftsprüfungskanzlei verklagen, die Agrokors gefälschte Bilanzen geprüft habe, sagte er. Die Sberbank beanstandete auch, dass Agrokor in den Bilanzen finanzielle Verpflichtungen von über einer Mrd. US-Dollar (840 Mio. Euro) verheimlicht habe.

Strafanzeige gegen Eigentümer Todoric

Bereits im August brachte die Bank eine Strafanzeige gegen Agrokor-Eigentümer Ivica Todoric. Die russische Bank, die auch mit dem Konzernsanierer Ante Ramljak im Streit liegt, kritisierte die staatliche Sanierung von Agrokor als „intransparent“. Er sei überrascht, dass die kroatische Regierung solche Intransparenz unterstütze, so Gref.

Seine Bank wolle an einem Prozess, in dem weder klar sei, wie viel Geld der Konzern brauche, noch, wie effektiv das Geld eingesetzt werde, nicht teilnehmen. Die Sberbank versucht seit einiger Zeit ihre Forderungen zumindest teilweise einzutreiben. So hat die Bank in Slowenien und Serbien entsprechende Verfahren eingeleitet, um über Agrokor-Tochterunternehmen an ihr Geld zu kommen.