Hochhausbrand in London: Untersuchung offiziell gestartet

Mit einer Schweigeminute für die Opfer hat heute in London die öffentliche Untersuchung des verheerenden Feuers im Londoner Grenfell Tower vor drei Monaten offiziell begonnen. Bei dem Brand in dem 24-stöckigen Wohnhochhaus waren in der Nacht auf den 14. Juni mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Einige Bewohner gelten noch immer als vermisst.

Bericht erst im Frühjahr

Der mit der Untersuchung betraute pensionierte Jurist Martin Moore-Bick sagte zu Beginn der ersten Sitzung „Antworten auf drängende Fragen“ zu. Mit einem Zwischenbericht rechnet der Jurist Ende März oder Anfang April kommenden Jahres.

Das Feuer in dem Hochhaus war nach Erkenntnissen der Ermittler durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Die Flammen hatten sich rasend schnell über die Fassadenverkleidung aus leicht entzündlichem Material ausgebreitet. Eine der zentralen Fragen, mit der sich die Untersuchung beschäftigen dürfte, ist daher die des Brandschutzes.

Opfer fühlen sich vergessen

Die Bewohner des Hauses, vorwiegend Geringverdiener und Einwanderer, hatten zudem geklagt, dass die Behörden ihre Bedenken wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebäude nicht ernst genommen hätten. So hatte der Wohnturm keine zentrale Sprinkleranlage.

Verärgerung herrscht bei vielen Betroffenen auch angesichts der nur schleppenden Bewältigung der Folgen des Brandes: Menschen aus rund 200 Haushalten wurden obdachlos, aber nur wenige von ihnen konnten bisher wieder dauerhaft unterkommen. Rund 600 Menschen werden seit dem Brand psychologisch oder seelsorgerisch betreut, darunter etwa 100 Kinder.