Mehr als 70 Tote bei Doppelanschlag im Südirak

Attentäter der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben bei einem Doppelanschlag im Süden des Irak mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde der Provinz bezifferte die Zahl der Toten heute Abend auf 74, zudem seien 93 Menschen verletzt worden.

Unter den Todesopfern seien auch mehrere Iraner, sagte der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörden, Dschassem al-Chalidi, der Nachrichtenagentur AFP. Die beiden Anschläge, bei denen es auch rund 100 Verletzte gab, seien in der Nähe der Stadt Nassirija verübt worden.

Fahrzeugwracks nach dem Anschlag

APA/AFP/Haidar Hamdani

Laut Chalidi ereignete sich der erste Angriff in der Nähe eines Restaurants an einer Autobahn am Rande von Nassirija. Anschließend habe es einen Autobombenanschlag an einem Kontrollposten gegeben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Attentäter trugen nach Angaben aus Sicherheitskreisen die typischen Kleider von Mitgliedern einer schiitischen Miliz.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Doppelanschlag. Zahlreiche Anschläge werden im Irak vom IS verübt. Zwar hat die sunnitische Extremistengruppe praktisch alle Gebiete verloren, die sie seit 2014 erobert hatte, doch ist sie weiterhin aktiv.

Die südliche Provinz Si Kar, in der Nassirija liegt, war bisher von größeren Anschlägen weitgehend verschont geblieben. Der jüngste Anschlag ist der folgenschwerste seit der Rückeroberung der nordirakischen Stadt Mossul im Juli aus den Händen des IS.