Dringender UNO-Hilfsappell für geflohene Rohingya

Die UNO hat heute „massive Hilfe“ für die fast 400.000 Rohingya gefordert, die von Myanmar nach Bangladesch geflohen sind. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte die Regierung in Myanmar zur Einstellung der Gewalt gegen die muslimische Minderheit auf.

Augabe von Hilfsgütern unter Rohingya

APA/AFP/Munir uz Zaman

Die humanitäre Situation sei „katastrophal“, sagte Guterres in New York: „Menschen sterben und leiden in schrecklichen Zahlen, und wir müssen das beenden.“ Nach Angaben eines Reuters-Reporters in Bangladesch brannte es auch heute in den Rohingya-Gebieten im Grenzgebiet zu Bangladesch an mindestens fünf Orten. Es sei nicht klar gewesen, was brannte oder wer die Feuer entzündet habe.

Guterres sieht „ethnische Säuberungen“

Seit Ende August sind rund 370.000 Rohingya vor der Gewalt in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Die USA haben zum Schutz der Zivilisten aufgerufen. Bangladesch fordert die Einrichtung von geschützten Gebieten, die es den Flüchtlingen ermöglicht, nach Hause zurückzukehren. Guterres kritisierte, dass das Vorgehen der Regierung des vorwiegend buddhistisch geprägten Landes „ethnischen Säuberungen“ ähnle.

Die Regierung in Myanmar erklärte dagegen, dass ihre Sicherheitskräfte lediglich gegen Rohingya-Aufständische vorgingen und alles getan werde, damit Zivilisten nichts geschieht. Der Druck auf De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steigt, sich stärker für ein Ende der Gewalt einzusetzen. Sie selbst sagte nun ihre Reise zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York ab.