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Pfropfen der Superlative

Ein 130 Tonnen schweres Gebilde aus Fett und Abfall aus dem Londoner Abwassersystem soll in Biodiesel umgewandelt werden. Das teilte das Wasserversorgungsunternehmen Thames Water am Dienstag mit.

Der monströse Fettberg verstopft einen Abwasserkanal im Stadtteil Whitechapel. Er ist 250 Meter lang und besteht vor allem aus Windeln, Feuchttüchern und hartem Kochfett. Sein Gewicht entspricht etwa dem von zehn Doppeldeckerbussen.

Fettberg in Londoner Kanal

APA/AP/Thames Water

Der Riesenfettberg verstopft die Kanalisation

„Verdient eine zweite Chance“

Ein Drittel des unappetitlichen Gebildes wurde bereits abgetragen. Der Fettberg soll in bis zu 10.000 Liter umweltfreundlichen Kraftstoff umgewandelt werden und nach insgesamt drei Wochen weg sein. „Er mag ein Monster sein, aber der Whitechapel-Fettberg verdient eine zweite Chance“, scherzte der Verantwortliche für Abwassersysteme bei Thames Water, Alex Saunders.

Riesiger Fettklumpen in Londoner Kanal

Reuters

Das „Monster“ soll nun zu Biodiesel werden

Auch Museum wollte „Fettmonster“

Auch das Londoner Stadtmuseum hatte bereits Interesse an dem Fettberg angemeldet - als Ausstellungsobjekt. Das hatte das Museum of London mitgeteilt, nachdem Thames Water den kuriosen Fund in dieser Woche bekanntgemacht hatte. Das Museum ging allerdings nun leer aus. Eine Umfrage unter Twitter-Nutzern, wie der Fettberg genannt werden soll, war unterdessen ebenfalls gestartet worden. Die Umfrage ergab unter anderem Vorschläge wie „Fatty McFatberg“ und „Fat the Ripper“.

Reinigungsarbeiten im Kanal

APA/AFP/Adrian Dennis

Ein Mitarbeiter der Wasserwerke mit einem weitaus kleineren Fettklumpen 2014

„Inspiration für Besucher“ erhofft

„Das wäre eines der außergewöhnlichsten Objekte aller Museumssammlungen in London“, hatte Museumsdirektorin Sharon Ament einer Mitteilung zufolge gesagt. Sie hoffte, der Fettberg könne „Fragen aufwerfen darüber, wie wir heute leben, und unsere Besucher inspirieren, Lösungen für die Probleme wachsender Metropolen zu finden“. Rund drei Wochen soll es insgesamt dauern, bis das unappetitliche Gebilde abgetragen ist.

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