WKO und IV warnen vor Arbeiter-Angestellten-Angleichung

Die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung warnen vor einer Angleichung von Arbeitern und Angestellten im Arbeitsrecht. Der ÖGB hat hingegen „große Hoffnung auf ein Ende der Ungleichbehandlung von Arbeitern und Angestellten“. Die SPÖ hatte es gestern im Nationalrat geschafft, das Thema mit einer Fristsetzung zu versehen - mit Stimmen von FPÖ und Grünen, aber gegen die ÖVP. Das, obwohl sich die Forderung auch im ÖVP-Wahlprogramm von Sebastian Kurz findet.

Die WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser sieht „eine schwere Belastung vor allem für unsere klein- und mittelbetrieblichen Arbeitgeberbetriebe“ kommen. Diese werde „negative Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt haben“, sagt sie in einer Aussendung. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), sieht eine „sehr bedauerliche Husch-Pfusch-Wahlkampfaktion, statt eines fundierten sachorientierten Vorgehens“.

Für ÖGB „sehr erfreulich“

„Schon lange fordern ÖGB und Gewerkschaften, dass Arbeiter und Angestellte die gleichen Rechte bekommen sollen. Es ist daher sehr erfreulich, dass das Parlament noch vor der Wahl darüber abstimmen wird“, so Bernhard Achitz vom ÖGB in einer Aussendung. „Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass Arbeiter weniger lang ihren Lohn weiterbezahlt bekommen, wenn sie krank sind. Jetzt besteht große Hoffnung auf ein Ende der Ungleichbehandlung.“

Neumayer warf Arbeitnehmervertretern ein „äußerst befremdliches Verhalten“ vor, denn die Angelegenheit werde in den laufenden KV-Verhandlungen übergangen. Das sei ein „schlechter Stil“.