Siemens legt Zugsgeschäft mit Alstom zusammen

Der Elektrokonzern Siemens will sein Zugsgeschäft mit dem französischen Konkurrenten Alstom zusammenlegen. Die beiden Konzerne unterzeichneten eine Absichtserklärung über die Zusammenlegung ihrer Mobilitätsgeschäfte, wie es gestern Abend in einer gemeinsamen Mitteilung hieß.

„Fusion unter Gleichen“

Geplant sei eine „Fusion unter Gleichen“, teilte Siemens am späten Abend nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in München mit. Das kombinierte Unternehmen werde seinen Sitz im Großraum Paris haben und vom amtierenden Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge als Vorstandschef geführt werden. Siemens wird an dem Zusammenschluss eine Mehrheit von knapp über 50 Prozent halten.

Die Konzerne versprechen sich spätestens im vierten Jahr nach Abschluss des Geschäfts Einspareffekte von 470 Millionen Euro. Die Geschäftsaktivitäten von Siemens und Alstom ergänzten sich weitgehend, hieß es. Eine globale Präsenz werde dem neuen Unternehmen den Zugang zu Wachstumsmärkten wie dem Nahen und Mittleren Osten, Indien, China, den USA und Russland eröffnen.

Wettbewerbsdruck durch Chinesen steigt

Mit dem Schritt reagieren die Unternehmen auf den Wettbewerbsdruck, der nach dem Zusammenschluss der beiden größten chinesischen Zughersteller zum Giganten CRRC massiv gewachsen war. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte deshalb in der Vergangenheit immer wieder auf die Notwendigkeit für eine Zusammenarbeit in der europäischen Branche hingewiesen.

Siemens und Alstom haben jeweils ein ähnlich großes Zugsgeschäft. Zusammen kommen sie auf einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro und etwa 60.000 Beschäftigte in dem Bereich weltweit. Der Zusammenschluss war bereits vor rund drei Jahren im Gespräch, als sich Siemens gegen den US-Konzern General Electric einen Übernahmepoker um Alstom geliefert hatte.

Die französische Regierung begrüßt die Allianz. Es handle sich um „eine historische Annäherung“ zwischen einem deutschen und einem französischen Industrieunternehmen, teilte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire in Paris mit. Er hob hervor, dass der Sitz des Verbundes in Frankreich liege und dass Standorte und Stellen im Land erhalten blieben.