Iran plant Militärmanöver mit Irak in Kurdenregion

Der Iran plant mit dem Irak ein gemeinsames Militärmanöver an seinen westlichen Grenzen zur nordirakischen Kurdenregion. Dieses Manöver werde in den nächsten Tagen in drei verschieden Grenzgebieten zum Nordirak stattfinden, sagte ein Militärsprecher laut Nachrichtenagentur Tasnim heute.

Nach dem „illegalen“ Unabhängigkeitsreferendum der Kurden sei es die Pflicht seines Landes, die Grenzen zum Nordirak zu sichern, so der Sprecher. Die Kurden hatten sich Anfang der Woche in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Die Zentralregierung des Irak lehnte die Abstimmung ab und erkennt das Ergebnis nicht an. Teheran hatte der irakischen Zentralregierung in Bagdad seine Unterstützung zugesagt.

Der Iran hat die Grenzen zum Nordirak bereits geschlossen. Teheran befürchtet, dass das Ergebnis des Referendums auch Auswirkungen auf die fast sieben Millionen iranischen Kurden haben könnte.

Erdogan droht Kurden

Unterdessen droht die Türkei den Kurden mit einer härteren Gangart. Ihre Regionalregierung werde den Preis für die Abstimmung zahlen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan heute. Die Regierung in Ankara hat bereits wiederholt mit Wirtschaftssanktionen gedroht, die das an die Türkei grenzende Kurdengebiet im Irak praktisch von den internationalen Märkten abschneiden würden.

Erdogan sagte vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP, bei dem Referendum gehe es nicht um die Bildung eines unabhängigen Kurdenstaates. Vielmehr öffneten die Kurden „eine Wunde in der Region, um mit einem Messer darin zu bohren“. Erdogan hatte sich vor dem Votum intensiv für Handelsbeziehungen zu den Kurden im Irak eingesetzt.

Nunmehr hätten sich die Bedingungen aber geändert, so Erdogan. Der türkische Ministerpräsident Bin Yildirim sagte, seine Regierung werde nicht länger mit den kurdischen Behörden in Erbil verhandeln.