Weiter Proteste gegen Polizeigewalt in Katalonien

Katalonien kommt nach dem umstrittenen und von Polizeigewalt überschatteten Sieg der Separatisten beim Unabhängigkeitsreferendum nicht zur Ruhe. In Barcelona und vielen anderen Städten und Gemeinden gingen gestern Zehntausende auf die Straßen, um gegen den harten Einsatz der von Madrid entsandten Polizei zu protestieren.

Für heute riefen Gewerkschaften und andere Organisationen zu einem Generalstreik auf. Einen Rückzieher gab es aber von den zwei größten spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT. Diese vermissen beim katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont die zur Lösung des Konflikts als unabdingbar eingestufte Dialogbereitschaft mit Madrid.

Puigdemont rief zu friedlichen Protesten gegen die Polizeigewalt auf. „Heute ist ein Tag des demokratischen, staatsbürgerlichen und würdigen Protests“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. „Lasst Euch nicht durch Provokationen aufregen. Die Welt hat es gesehen: Wir sind friedliche Menschen“, fügte Puigdemont hinzu.

Madrid prangert „Verfolgung“ spanischer Polizisten an

Spaniens Regierung prangerte eine „Verfolgung“ von Staatspolizisten an. Innenminister Juan Ignacio Zoido sagte, man werde „alles Nötige unternehmen“, um die „Verfolgung zu stoppen“. Zoido hatte zuvor eine Dringlichkeitssitzung mit den Chefs der Polizeieinheiten Guardia Civil und Policia Nacional abgehalten.

Danach hatte er sich auch mit Ministerpräsident Mariano Rajoy beraten. Auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria kritisierte die Demonstrationen gegen die Polizei in Katalonien und gab der Regionalregierung der Region die Schuld. „Wir werden mafiöses Verhalten der Gemeinden in Katalonien nicht tolerieren“, sagte sie in Madrid vor Journalisten.

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