Novomatic mit ambitionierten Expansionsplänen

Der Glücksspielriese Novomatic will Weltmarktführer werden: „Das soll in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren gelingen“, kündigte Novomatic-CEO Harald Neumann in einem Interview im Rahmen der Glücksspielmesse G2E in Las Vegas an. In Europa ist Novomatic bereits deutliche Nummer eins, weltweit kämpft der Konzern derzeit um den dritten Platz.

Das Wachstum, das Novomatic anstrebt, muss auch finanziert werden. Erst kürzlich wurde aber ein Börsengang noch im heurigen Jahr abgesagt. Es brauche in einigen Punkten etwas mehr Klarheit, um eine neue Finanzierung, welcher Art auch immer, zu entscheiden, so Neumann.

So kommen in Deutschland und in Italien neue regulatorische Regeln auf den Glücksspielmarkt zu: Auch wenn diese den Konzern laut Neumann schließlich stärken würden, gebe es hierbei Herausforderungen. Der erfolgte Zukauf der Mehrheitsanteile der australischen Glücksspielfirma Ainsworth braucht zudem noch einige Genehmigungen. Diese erwartet sich Neumann bis Jahresende.

Weltspitze via US-Markt

In Europa hat Novomatic mehr als 2.000 Spielhallen mit 70.000 Maschinen. Zwar sind die Investitionen hoch, weil auch Hallen betrieben werden, aber schließlich dürfte sich das Geschäftsmodell doch lohnen. Anders sieht die Lage auf dem US-Markt aus. Hier geht es allein darum, die Geräte auf den Markt zu bringen.

Dennoch spielt das Geschäft in den USA laut Neumann eine entscheidende Rolle: „Wenn man die Nummer eins weltweit sein will, dann braucht man einen höheren Marktanteil in den USA.“ Zum Erfolg in Nordamerika will man mit der 53-Prozent-Beteiligung an Ainsworth kommen, das auf dem US-Markt schon vertreten ist. Der Marktanteil des Unternehmens „soll von derzeit drei bis vier Prozent in den nächsten Jahren auf zehn Prozent gesteigert werden“.

220 Firmen weltweit

Novomatic betreibt nicht nur Spielhallen und stellt Spielautomaten her, sondern ist auch im Sportwetten- und Lotteriebereich aktiv. Zu Novomatic gehören mittlerweile rund 220 Firmen weltweit. 2015 waren es 188. Der Umsatz betrug voriges Jahr rund 2,3 Mrd. Euro, der Gewinn - durch Zukäufe gedrückt - knapp 160 Mio. Euro.

So ließ sich die von Johann Graf - inzwischen einer der reichsten Österreicher - gegründete Firma die Beteiligung an Ainsworth im Vorjahr 473 Mio. australische Dollar (336 Mio. Euro) kosten. Der durchschnittliche Mitarbeiterstand stieg 2016 auf 23.391 Personen. Rund 3.000 Jobs davon finden sich in Österreich.