EU will libysche Küstenwache überwachen

Die EU will über die Mission „Sophia“ die libysche Küstenwache im Mittelmeer stärker überwachen. So bald wie möglich solle eine Beobachtungsmission starten, sagte der zuständige Befehlshaber, Konteradmiral Enrico Credendino, gestern.

„Wir werden dann besser verstehen, warum sich die Küstenwache so verhält, wie sie sich verhält.“ Zuletzt hatten sich vor allem internationale Hilfsorganisationen über die Aktionen der libyschen Küstenwache beschwert. Unter anderem mit Schüssen in die Luft seien Rettungsboote in internationalen Gewässern davon abgehalten worden, Flüchtlinge im Mittelmeer aufzunehmen.

Von internationalen Gewässern aus

Die EU bildet im Rahmen der seit 2015 laufenden Operation „Sophia“ auch die libysche Küstenwache und Marine aus und geht im Mittelmeer selbst gegen Schlepper vor. Zunächst werde man von internationalen Gewässern aus die Arbeit der Libyer beobachten, sagte der Befehlshaber. Nur auf Einladung der Nationalen Einheitsregierung in Tripolis sei auch ein Einsatz der EU-Beobachter in libyschen Gewässern denkbar.

Zuletzt war die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen, die über Libyen versuchten, Europa zu erreichen. Aktuell sei erkennbar, dass es wieder einen leichten Anstieg der Fluchtversuche über Tunesien gebe, sagte Credendino.