Arcelor Mittal will 4.000 Jobs in Italien streichen

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor Mittal, der im Mai den unter Sonderverwaltung stehenden italienischen Stahlkonzern Ilva übernommen hat, hat die Kürzung von 4.000 der insgesamt 14.200 Stellen angekündigt. Gegen die Jobkürzungen planen die Mitarbeiter am Montag einen 24-stündigen Streik, berichteten italienische Medien gestern.

Die italienische Regierung versicherte, dass kein Ilva-Mitarbeiter ohne Unterstützungsmaßnahmen bleiben werde. Das Kabinett will Druck auf das Unternehmen für eine Reduzierung der Jobkürzungen machen. 1,8 Milliarden Euro hat Arcelor Mittal laut italienischen Medien für die Übernahme des Werks gezahlt.

Seit 2013 unter staatlicher Aufsicht

Ilva hatte zu Hochzeiten geschätzte neun Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert - das entsprach etwa einem Drittel der italienischen Gesamtproduktion. Das Stahlwerk mit Sitz in Tarent (Region Apulien) steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht. Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht.

Für den italienischen Premier Paolo Gentiloni ist die Zukunft des süditalienischen Stahlwerks besonders wichtig, da seine Regierung es mit staatlichen Darlehensgarantien und weiteren Sonderbehandlungen über Wasser hält. Das hat bereits den Unmut anderer Stahlkonzerne und Brüssels ausgelöst.