Zehntausende bei umstrittenem Rosenkranz-Gebet in Polen

Zehntausende polnische Katholiken haben gestern an den Außengrenzen des Landes Menschenketten gebildet und Gott um die „Rettung Polens und der Welt“ gebeten. Die Gläubigen folgten einem Aufruf der Stiftung Solo Dios Basta. Zu der Aktion „Rosenkranzgebet an den Grenzen“ hatte auch die polnische Bischofskonferenz eingeladen. Gegner sprachen von einer „islamophoben Aktion“.

Aktion "Rosenkranzgebet an den Grenzen"

APA/AP/Petr David Josek

Die Bischöfe bezeichneten die Kundgebungen an der gut 3.500 Kilometer langen Landesgrenze als Massengebet für den Weltfrieden. Die Kritiker sahen die Aktion hingegen als gegen Muslime gerichtet. In einer live im ultrakatholischen Sender Radio Maryja übertragenen Messe erklärte Krakaus Erzbischof Marek Jedraszewski, er bete „für die anderen europäischen Nationen, damit sie die Notwendigkeit verstehen, zu den christlichen Wurzeln zurückzukehren, damit Europa Europa bleibt“.

Die Aktion fand an dem am 7. Oktober begangenen Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz statt, das seit der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 begangen wird. Damals besiegte die christliche Flotte die muslimische Übermacht und habe damit „Europa vor der Islamisierung“ gerettet, wie die Stiftung in ihrem Aufruf erklärte. An der Aktion nahmen Hunderte Kirchen aus 22 Diözesen in Grenznähe teil.