Unabhängigkeitsgegner demonstrieren in Barcelona

Wegen der drohenden Abspaltung Kataloniens demonstrieren Unabhängigkeitsgegner heute in der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona. An dem Protestzug will sich auch Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa beteiligen. Der Peruaner mit spanischer Staatsangehörigkeit hatte das katalanische Unabhängigkeitsstreben als „Krankheit“ verurteilt und vor einem „neuen Bosnien“ gewarnt.

Das katalanische Regionalparlament könnte am Dienstag die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen. Bei einem am vergangenen Sonntag abgehaltenen Unabhängigkeitsreferendum hatten 90 Prozent der Teilnehmer für eine Abspaltung von Spanien gestimmt, die Wahlbeteiligung lag bei 42 Prozent.

Rajoy bekräftigt harte Linie

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass eine eventuelle Unabhängigkeitserklärung Kataloniens ins Leere läuft. „Die Regierung wird sicherstellen, dass jede Unabhängigkeitserklärung zu nichts führen wird“, sagte Rajoy der spanischen Zeitung „El Pais“ (Samstag-Ausgabe). Es war Rajoys erstes Zeitungsinterview seit dem Unabhängigkeitsreferendum.

Demonstranten fordern Dialog

Im Konflikt um die nach Unabhängigkeit strebende spanische Region Katalonien haben gestern indes Zehntausende Menschen bei Großkundgebungen zum Dialog aufgerufen. Unter dem Motto „Hablamos?“ (Reden wir?) versammelten sich die Demonstranten vor den Rathäusern zahlreicher Städte, darunter in Madrid und Barcelona.

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