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Tausende Menschen auf der Flucht

Nach den schweren Hurrikans mit Überschwemmungen und schweren Zerstörungen werden die USA von der nächsten Naturkatastrophe heimgesucht. Bei schweren Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien - laut „New York Times“ gehören sie zu den verheerendsten in Kalifornien - wurden mindestens zehn Menschen getötet.

Gouverneur Jerry Brown rief am Montag den Notstand für insgesamt acht Bezirke aus, mehr als 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Das Gebiet nördlich der Bucht von San Francisco ist vor allem als Weinbaugebiet bekannt. Im Bezirk Sonoma habe es sieben Tote gegeben, teilte die Polizei am Montagabend (Ortszeit) über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Zuvor hatte die Feuerwehr bereits zwei Tote im Bezirk Napa und einen im Bezirk Mendocino gemeldet. Ein Sprecher des Sheriffs von Mendocino sagte dem Fernsehsender CBS, es werde mit weiteren Toten gerechnet.

Mehr als 2.000 Häuser seien bereits zerstört, Tausende weitere seien bedroht, schrieb Gouverneur Brown in einem Brief an US-Präsident Donald Trump. Er rechne auch mit weiteren Toten. Brown forderte Trump auf, seinerseits den Katastrophenfall zu erklären, um Bundesmittel freizugeben.

Brennendes Haus

APA/AFP/Josh Edelson

Die meist in Leichtbauweise errichteten Einfamilienhäuser gehen rasch in Flammen auf

Wind verschärft Lage

Nach Angaben der Feuerwehr wurden seit Sonntagabend rund 32.000 Hektar Land durch über ein Dutzend Brände zerstört. Begünstigt durch starke Winde und Trockenheit breiteten sich die Feuer rasch aus. Erst im April hatte der Gouverneur des Westküstenstaats eine extreme Trockenheitsperiode von mehr als fünf Jahren für beendet erklärt.

Löschflugzeug über Flammen

Reuters/Mike Blake

Mit Löschflugzeugen soll vor allem die Ausbreitung der Brände verhindert werden

Explosionen von Gasleitungen

Augenzeugen berichteten von zahlreichen Explosionen an Gasleitungen und -tanks in der Region. Mehrere Autobahnen und Straßen wurden gesperrt. In einem Trailerpark mit Wohnmobilen seien mehr als 100 Behausungen zerstört worden, sagte ein Mitarbeiter der Anlage dem Sender KPIX. Alle Bewohner, überwiegend ältere Menschen, seien aber rasch in Sicherheit gebracht worden. Auch zwei große Hotels brannten nieder. Aus dem rund 60 Kilometer entfernten San Francisco waren riesige Rauchwolken zu sehen, auch der Brandgeruch drang bis in die Stadt. Die Behörden mahnten ältere und kranke Menschen wegen der starken Luftbelastung zur Vorsicht.

Feuer in Vorort von Los Angeles

Auch in Anaheim, einem Vorort von Los Angeles, wüteten Brände. Mindestens 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um sie einzudämmen. In Schulen und Kirchen wurden Notaufnahmezentren für die Menschen, die flüchten mussten, eingerichtet.

„Wir werden ganz von vorne beginnen müssen“, sagte Dreama Goldberg dem Sender NBC. Das Haus der im achten Monat schwangeren Frau brannte komplett ab. Auch er habe beim Verlassen seines Hauses kaum etwas mitnehmen können, sagte Jesus Torres dem Sender CBS. Erst in der „letzten Sekunde“ habe er das Feuer erkannt, da alles voller Rauch gewesen sei.

Verkohltes Auto

APA/AFP/Marcio Jose Sanchez

Viele müssen nach dem Brand wieder ganz von vorne anfangen

In den USA finden diese Woche landesweit Kampagnen zur Verbesserung des Brandschutzes statt. Bei zahlreichen Veranstaltungen wird die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, wie sie die Sicherheit in den eigenen vier Wänden verbessern kann, und das richtige Verhalten im Ernstfall geprobt.

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