„Brexit“-Verhandlungen verfehlen erstes Ziel

Die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt haben ihr erstes Etappenziel klar verfehlt. Es gebe bisher keinen ausreichenden Fortschritt, um die wichtige zweite Phase der „Brexit“-Gespräche zu starten, stellte EU-Unterhändler Michel Barnier heute fest. Die EU hofft nun, dass die Hürde bis Dezember genommen wird.

Großbritannien will Ende März 2019 aus der EU austreten. Ursprünglich wollte die EU bis Mitte Oktober mit der britischen Regierung wichtige Fragen der Trennung klären und danach über die künftigen Beziehungen sprechen. Das gelang aber nicht.

Finanzielle Forderungen als Knackpunkt

Knackpunkt sind unter anderem finanzielle Forderungen der EU für gemeinsam eingegangene Verpflichtungen in der mehr als 40-jährigen Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs. Inoffiziellen Zahlen zufolge geht es um bis zu 100 Milliarden Euro.

„EU-Supergirl“ sorgte für Ablenkung

Zum Abschluss der fünften Verhandlungsrunde löste die Aktivistin Madeleina Kay kurzzeitig Wirbel aus. Sie protestierte als „EU-Supergirl“ auf Barniers Pressekonferenz gegen den „Brexit“.

Die britische Cartoonistin Madeleine Kay im Superwoman-Kostüm

APA/AFP/Emmanuel Dunand

Die britische Künstlerin und Musikerin setzte sich im Supergirl-Kostüm mit EU-Sternen auf der Brust in die erste Reihe des Pressesaals der EU-Kommission und hielt eine Art eigener Pressekonferenz, bevor die Chefunterhändler offiziell Bilanz zogen. In der Hand hielt sie eine Schrift mit dem Titel „Theresa Maybe in Brexitland“.

Die Aktion währte nicht lange. Sicherheitsbeamte geleiteten die junge Frau nach draußen. Dagegen protestierte Kay später auf Twitter: „Ich hatte jedes Recht, dort zu sein.“ Vor dem Brüsseler Auftritt hatte sich die aus Sheffield stammende Britin bereits im Internet dafür starkgemacht, den „Brexit“ zu stoppen.