Ex-Judoka Seisenbacher droht „Zwangsdeportation“

Nach Ablauf der Fünftagesfrist, die die ukrainischen Behörden dem ehemaligen Judoka Peter Seisenbacher mangels eines gültigen Visums zum Verlassen des Landes gesetzt haben, droht dem Doppelolympiasieger nun nach ukrainischem Recht womöglich gar die „Zwangsdeportation“. Klar ist allerdings, dass das Verstreichen der Frist nicht unmittelbar zur sofortigen Ausweisung führt.

Peter Seisenbacher

APA/Helmut Fohringer

Die ukrainische Gesetzeslage sieht vor, dass eine „Zwangsdeportation“ behördlich verfügt werden muss. Diese hat in weiterer Folge ein Gericht zu bestätigen, wobei gegen die Entscheidung ein Rechtsmittel zulässig wäre.

Asylantrag möglich

Unabhängig davon könnte Seisenbacher in der Ukraine allerdings auch einen Asylantrag stellen, um vorerst im Land bleiben zu dürfen. Dieses Gesuch würde die drohende Ausweisung zumindest so lange hemmen, bis die behaupteten Asylgründe überprüft sind.

Seisenbacher war im vergangenen Herbst über Georgien in die Ukraine geflüchtet, um einem ab 19. Dezember im Wiener Landesgericht anberaumten Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen - er soll als Trainer in einem Wiener Judo-Verein zwischen 1997 und 2004 zwei Mädchen missbraucht haben - zu entgehen. Die von Österreich beantragte Auslieferung hat die Ukraine in der vergangenen Woche abgelehnt, weil die Vorwürfe gegen den 57-Jährigen nach ukrainischem Recht verjährt sind.