IWF-Chefin Lagarde auf Konfrontationskurs zu Trump

Ohne ihn namentlich zu nennen, hat IWF-Chefin Christine Lagarde die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Der freie Welthandel habe dazu beigetragen, Wachstum und Wohlstand für große Teile der Welt zu bringen, sagte sie zum Auftakt der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank gestern in Washington. „Das müssen wir sichern“, betonte Lagarde.

Die Politik von US-Präsident Trump sieht Einschränkungen beim Freihandel vor, zuletzt verhängten die USA Strafzölle gegen Flugzeugimporte des Nachbarn Kanada.

Appell für grenzübergreifende Maßnahmen

Viele der Maßnahmen, die zur Reparatur der Volkswirtschaften nötig seien, seien grenzübergreifend, sagte Lagarde. Sie nannte den Kampf gegen Korruption und gegen die Folgen des Klimawandels als Beispiele.

Auch hier hat die Administration von Trump komplett andere Vorstellungen, zuletzt wurden die Errungenschaften der Energiepolitik von Barack Obama infrage gestellt.

Gegenseitige Kritik

Lagarde und andere führende IWF-Manager, darunter Chefvolkswirt Maurice Obstfeld, hatten bereits in den vergangenen Tagen die Trump-Politik scharf kritisiert, ohne den Namen des US-Präsidenten auszusprechen.

Die Steuerpläne des Weißen Hauses seien wenig fundiert, Steuerkürzungen, die sich aus sich selbst heraus gegenfinanzierten, eher selten. Das Weiße Haus kritisierte den IWF. Der Fonds würde die Pläne der USA torpedieren.