Belästigungsvorwürfe gegen Amazon-Unterhaltungschef

Eine Affäre um mutmaßliche sexuelle Belästigung erfasst den Internetriesen Amazon. Wegen Belästigungsvorwürfen einer Filmproduzentin wurde der Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, suspendiert. Der Leiter der Amazon-Studios sei mit sofortiger Wirkung beurlaubt, sagte ein Unternehmenssprecher heute.

Amazon-Unterhaltungschef Roy Price

APA/AFP/Getty Images/Slaven Vlasic

Zuvor hatte eine Filmproduzentin dem 51-Jährigen vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Isa Hackett, die für die Amazon-Serie „The Man in the High Castle“ arbeitet, sagte dem Magazin „The Hollywood Reporter“, Price habe ihr im Sommer 2015 wiederholt unsittliche Angebote gemacht.

So habe er im Taxi auf dem Weg zu einer Party schlüpfrige Bemerkungen gemacht und ihr später - trotz ihrer klaren Ablehnung - das Wort „Analsex“ ins Ohr gerufen.

Weinstein-Skandal zieht immer größere Kreise

Die Vorwürfe kommen inmitten des Belästigungsskandals um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der immer größere Ausmaße annimmt. Gestern kündigten die Polizeibehörden in New York und London an, Ermittlungen aufnehmen zu wollen. Die Oscar-Akademie will über einen Ausschluss des Produzenten beraten. Unterdessen meldeten sich neue Schauspielerinnen mit Vorwürfen gegen Weinstein.

Die New Yorker Polizei kündigte an, eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen Weinstein aus dem Jahr 2004 neu aufzurollen. Es werde untersucht, ob es zusätzliche Beschwerden und Hinweise zu dem Fall gebe. Einzelheiten wollte die Polizei zunächst nicht nennen. Bei den Ermittlungen in Großbritannien handle es sich um einen Vorfall aus den 80er Jahren, der von der Polizei in Liverpool an Scotland Yard in London weitergeleitet wurde.