Irak: Konflikt zwischen Armee und Kurden bei Kirkuk

Die irakische Militärführung hat Meldungen über den Beginn einer gegen die Kurden gerichteten Militäroperation südlich der Stadt Kirkuk zurückgewiesen.

Die Einheiten seien weiterhin dabei, von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreites Gebiet zu säubern und zu durchkämmen, hieß es heute in einer Erklärung. Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte am Vortag trotz des Konflikts über das kurdische Unabhängigkeitsreferendum einen Militäreinsatz ausgeschlossen.

Ein hoher irakischer Offizier hatte jedoch zuvor gesagt, Armee und schiitische Milizen seien südlich von Kirkuk in Gebiete vorgerückt, die die Kurden verlassen hätten. Der kurdische Peschmerga-Kommandeur Kamal Kirkuki sagte zugleich der dpa, irakische Kräfte hätten versucht, die Front in der Region zu überschreiten. Das Generalkommando der Peschmerga teilte mit, Kräfte der Armee und Milizen seien entsandt worden, um Gebiete unter kurdischer Kontrolle anzugreifen.

Die Kurden im Nordirak hatten sich im September in einem umstrittenen Referendum mit großer Mehrheit für die Abspaltung vom Irak ausgesprochen. Iraks Zentralregierung lehnte die Volksabstimmung ebenso ab wie die Nachbarländer Türkei und Iran. Die ölreiche Provinz Kirkuk wird von den Peschmerga kontrolliert. Die Kurden und die Zentralregierung in Bagdad erheben jedoch beide Anspruch auf sie.