Waldbrände in Spanien und Portugal: Mindestens 39 Tote

Bei Waldbränden in Portugal sind nach Angaben der Zivilschutzbehörde mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Damit droht eine Wiederholung der Katastrophe vom Juni, als mindestens 63 Menschen in den Flammen ihr Leben verloren. Die Behörden riefen die Menschen gestern dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

Zwei Männer versuchen einen Waldbrand in Portugal zu löschen

APA/AP/Armando Franca

Besonders betroffen sind die Bezirke Coimbra und Castelo Branco in der Mitte des Landes sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Auch in der nordwestspanischen Provinz Galicien starben mindestens drei Menschen bei Bränden.

Die Flammenwände bedrohen auch Fischerdörfer an der Atlantikküste. In der Kleinstadt Mira im Bezirk Coimbra wurden zahlreiche Häuser ein Raub der Flammen, wie die Zeitung „O Publico“ berichtete. Nur mit Hilfe von 40 freiwilligen Helfern sei es den Feuerwehrkräften gelungen, ein weiteres Vordringen der Flammen zu stoppen, so der Stadtrat von Mira.

150 Brandherde in Spanien, mehr als hundert in Portugal

Besonders betroffen war in Spanien die Region um die Hafen- und Industriestadt Vigo. In der größten Stadt Galiciens und in anderen Gemeinden der Region gab es Rauchschwaden, die von den Waldbränden stammten. In den Vororten Vigos mussten Medienberichten zufolge unter anderen die Besucher eines Einkaufszentrums, die Nachtschichtarbeiter verschiedener Fabriken sowie Dutzende Bewohner der Universitätsresidenz in Sicherheit gebracht werden.

In vielen Ortschaften in Portugal und Spanien wurden Menschen von Zivilschutz und Feuerwehr aus ihren Wohnungen geholt und in Notunterkünfte gebracht. Behördenangaben zufolge gab es in Spanien knapp 150, in Portugal mehr als hundert Feuerherde.

Grafik zu Waldbränden in Portugal und Spanien

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Möglicherweise auch Brandstifter am Werk

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigten in vielen Gebieten der Iberischen Halbinsel den Ausbruch und die Ausbreitung der Brände, sagte die Feuerwehr.

Der Regierungschef der spanischen Region Galicien, Alberto Nunez Feijoo, beklagte unterdessen im Fernsehen, auch Brandstifter seien am Werk. Es gebe Verdächtige, aber noch keine Festnahmen. Die Lage sei „besorgniserregend“. Allein in Galicien wurden seit Freitag nach amtlichen Angaben rund 4.000 Hektar Wald zerstört.