Irak: Russischer Ölriese schließt Abkommen mit Kurden

Der russische Erdölriese Rosneft hat gestern die Unterzeichnung eines Abkommens mit den Behörden Irakisch-Kurdistans über die Beteiligung an fünf Ölfeldern bekanntgegeben. Für eine Beteiligung von 80 Prozent könnten umgerechnet bis zu 340 Millionen Euro fällig werden, erklärte das Unternehmen. Bis zu der Hälfte der Summe könne aber auch mit Rohöl aus den Feldern beglichen werden.

Ölproduktion ab 2021

Das Geschäft mit der kurdischen autonomen Region im Nordirak sieht ein gemeinsames Programm zur Ölerkundung im kommenden Jahr vor. 2021 könnte dann mit der Produktion begonnen werden. Die Ölreserven der fünf Blocks schätzt Rosneft auf 670 Millionen Barrel.

Vor drei Wochen hatten die Kurden im Nordirak bei einem Unabhängigkeitsreferendum mit großer Mehrheit mit Ja gestimmt. Doch die irakischen Regierungstruppen nahmen mittlerweile nach eigenen Angaben bei ihrer vor wenigen Tagen gestarteten Offensive praktisch alle Gebiete wieder ein, die die Kurden seit 2003 unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Dazu zählt die erdölreiche Provinz Kirkuk, deren Verlust die Hoffnung der Kurden auf einen eigenständigen Staat zunichte macht.