VW trotz Skandals vor Rekordjahr

Volkswagen-Chef Matthias Müller sieht den deutschen Autokonzern trotz des Dieselskandals auf Erfolgskurs. „VW wird in diesem Jahr das beste Jahr seiner Geschichte haben - und nächstes Jahr wird es noch besser“, sagte Müller gestern Abend in Passau.

Die Investitionen in neue Technologien müssten nicht unter den Strafzahlungen für die Tricksereien mit Abgaswerten der Dieselmotoren leiden. „Die 25-Milliarden-Rechnung in den USA tut uns weh. (...) Aber wir können haushalten.“ VW will bis 2030 mehr als 20 Milliarden Euro in die Elektromobilität stecken.

Den Vergleich mit dem Elektroautohersteller Tesla hält Müller für unfair. Dieser verkaufe „mit Mühe“ 80.000 Autos im Jahr und vernichte jedes Jahr eine dreistelligen Millionenbetrag. VW setzte elf Millionen Fahrzeuge ab - mit 13 bis 14 Milliarden Euro Gewinn. „Da bitte ich die Kirche im Dorf zu lassen und nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.“

Verbrennungsmotoren noch Jahrzehnte

Am Otto- und Dieselmotor führe so schnell kein Weg vorbei: Für zehn, 20 oder sogar 30 Jahre werde es eine Koexistenz von Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben geben. „Es ist ein Unding zu glauben, dass man auf absehbare Zeit ohne den Verbrennungsmotor auskommt.“ Schließlich gehe es um Lösungen, die nicht nur in Ballungsräumen, sondern auf der ganzen Welt praktikabel seien.

Der öffentliche Druck nach der Aufdeckung der Manipulationen habe bei VW einiges schneller ins Rollen gebracht, sagte Müller und griff damit indirekt auch seine Vorgänger an: Unter seiner Ägide habe der Wolfsburger Konzern in zwei Jahren mehr in Angriff genommen als die zehn Jahre vorher. „Man muss gestehen, dass der Dieselskandal vielleicht zum richtigen Zeitpunkt kam, um uns aufzuwecken.“