Kommunalwahlen im Kosovo als Stimmungstest

Im Kosovo finden heute Kommunalwahlen statt. Nach den vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni und dem Antritt der neuen Regierung von Ramush Haradinaj vor eineinhalb Monaten ist der Urnengang ein wichtiger Stimmungstest für die führenden Parteien.

35 politische Parteien, 30 Bürgerinitiativen und 25 Einzelkandidaten treten bei den Kommunalwahlen an. Insgesamt 7.000 Kandidaten stehen für Gemeinderatsposten zur Wahl, etwa 200 für Bürgermeisterämter in 38 Gemeinden.

Serben hoffen auf Sieg in einem Viertel der Gemeinden

Die kleine serbische Volksgruppe, etwa fünf Prozent der insgesamt 1,8 Millionen Stimmberechtigten, ist bemüht, ihre Bürgermeister sogar in zehn von insgesamt 38 Gemeinden zu stellen. Wie bei der Parlamentswahl hat die serbische Regierung auch dieses Mal ihre eindeutige Unterstützung für die von ihr kontrollierte Serbische Liste (Srpska Lista) bekundet.

Die Partei ist auch Teil der Regierung Haradinajs, wenngleich serbische Behörden den kosovarischen Spitzenpolitiker der Kriegsverbrechen beschuldigen.

Die Stimmabgabe in knapp 900 Wahllokalen ist bis 19.00 Uhr möglich. Die nicht staatliche Organisation Demokratie in Aktion (Demokracia ne Veprim), die mit ihren Experten die Kommunalwahlen beobachtet, hat den Wahlkampf als ruhig und fair bezeichnet.