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Mehr als 1.300 Rekruten angelobt

Anlässlich der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag haben am Donnerstag in Wien über 1.300 Rekrutinnen und Rekruten der Bundesheeres ihr Treuegelöbnis geleistet. Parallel dazu lud das Heer zur traditionellen Leistungsschau in der Innenstadt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, aber auch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) äußerten mehr oder minder direkt Wünsche für das Heer an die neue Bundesregierung. Bei den insgesamt 1.321 Rekruten handelte es sich um Soldaten unter anderem der Garde und der Pioniere, hieß es vor der Angelobung.

Alexander Van der Bellen

APA/Bundesheer/peter Lechner

„Premiere“ für Van der Bellen als Oberbefehlshaber der Truppe

Bundespräsident Van der Bellen betonte in seiner Rede - erstmals als Oberbefehlshaber des Heeres -, er halte es für wichtig, dass die Soldatinnen und Soldaten nach ihrem Wehrdienst auf sechs sinnvolle Monate zurückblicken könnten. Dabei trugen vor allem auch die Führungskräfte Verantwortung für den Dienstbetrieb und eine adäquate Ausbildung in einer „Führungskultur des 21. Jahrhunderts“.

Van der Bellen sieht Kommandanten in der Pflicht

Der Bundespräsident sah aber auch die politische Führung in der Pflicht: Sie müsse gewährleisten, dass die notwendigen Ressourcen dafür zur Verfügung stünden, dass die Truppe ihre Aufgaben erfüllen könne. Van der Bellen betonte etwa auch die Bedeutung einer eigenen Luftraumüberwachung. Den Rekruten wünschte er „alles erdenklich Gute“.

Doskozil: Heer aus „Hickhack“ heraushalten

Verteidigungsminister Doskozil wünschte sich in seiner Rede von der neuen Bundesregierung, dass diese den eingeschlagenen „Budgetpfad“ - sprich mehr Geld für das Heer als in den letzten Jahren - weiter gehe. Sicherheit habe ihren Preis. Seinen zweiten Appell richte er an alle politischen Parteien, wie Doskozil sagte. Das Bundesheer müsse aus dem „politischen Hickhack“ herausgehalten werden.

Alexander Van der Bellen und Hans-Peter Doskozil

APA/Bundesheer/peter Lechner

Generalstabschef Othmar Commenda, Doskozil und Van der Bellen beim Abschreiten der Ehrenformation

Es sei ganz wichtig, dass die Truppe ihre Aufgaben „ruhig und gewissenhaft“ wahrnehmen könne. Der Verteidigungsminister unterstrich generell die Bedeutung des Bundesheeres für die „Sicherheitsarchitektur“ der Republik, seine Leistungen im In- und Ausland. Doskozil schloss mit den Worten: „Es lebe das Österreichische Bundesheer. Es lebe die Republik Österreich.“

Kern: Es geht um Bekenntnis zu Werten

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) verwies auf die „Erfolgsgeschichte“ Österreichs, die sich wesentlich Zusammenhalt verdanke. Mit Blick auf das Treuegelöbnis der Soldatinnen und Soldaten betonte der Bundeskanzler, es gehe dabei um mehr als um ein „Staatsterritorium“. Es gehe um ein Bekenntnis zu Werten, die es zu verteidigen gelte. Österreich sei ein Land, das patriotisch sei, aber nicht nationalistisch, nicht chauvinistisch. „Sie schützen unser Land“, sagte Kern in Richtung der Rekruten, und diese Leistung verdiene Respekt.

Christian Kern bei der Kranzniederlegung am Heldenplatz

APA/Hans Punz

Kranzniederlegung am Äußeren Burgtor

Häupl dankt Soldaten

Als erster Redner hatte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) die Rekrutinnen und Rekruten in der Bundeshauptstadt willkommen geheißen. Er bedankte sich für deren Bereitschaft, ihren Dienst zu leisten. „Von ganzem Herzen“ wünsche er ihnen, so Häupl, dass sie beim Abrüsten sagen könnten, „es hat mich in meinem Leben weitergebracht“ und sich gelohnt. Die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag hatten am Vormittag mit Kranzniederlegungen des Bundespräsidenten und der Regierungsspitze am Äußeren Burgtor zum Gedenken an die gefallenen Soldaten und Opfer des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus begonnen.

Panzer auf der Wiener Ringstraße bei der Leistungsschau des Bundesheers

ORF.at/Peter Prantner

Bereits im Vorjahr waren Heeresfahrzeuge entlang des Wiener Rings zu sehen - diesmal vereinzelt auch auf der für den Nationalfeiertag abgesperrten Straße selbst.

Großes Interesse an Heeresschau

Parallel dazu zog es bereits am Vormittag zahlreiche Besucher zur Informations- und Leistungsschau des Heeres in die Wiener Innenstadt. Diese fand heuer - wegen der Übersiedelung des Parlaments auf den Heldenplatz verteilt auf verschiedene Plätze - bereits zum 22. Mal statt. Zu sehen gab es dort Waffen und Gerät der unterschiedlichen Truppengattungen vom Kampfpanzer bis zum Hubschrauber, Informationen über laufende Einsätze und Vorführungen etwa der Garde und der Militärpolizei. Laut Bundesheer wurden im Vorjahr 1,3 Mio. Besucher gezählt - mehr dazu in wien.ORF.at.

Hubschrauber auf dem Rathausplatz bei der Leistungsschau des Bundesheers

ORF.at/Peter Prantner

Dichtes Gedränge auch auf dem Wiener Rathausplatz, wo unter anderem Rettungskräfte über ihre Arbeit informierten

Putin gratuliert

Österreich feiert am 26. Oktober seine „immerwährende Neutralität“, die der Nationalrat an diesem Tag im Jahr 1955 beschlossen hat. Anlässlich des Nationalfeiertags gratulierte der russische Präsident Wladimir Putin Bundespräsident Van der Bellen und Bundeskanzler Kern schriftlich. Russland schätze die Beziehungen mit Österreich, die sich „auf die guten Traditionen der Freundschaft und des gegenseitigen Respektes“ stützten, heißt es in einem von der russischen Botschaft in Wien veröffentlichtem Schreiben.

Er sei „davon überzeugt, dass die Weiterentwicklung der konstruktiven bilateralen Zusammenarbeit in politischen, handelswirtschaftlichen, kulturellen und anderen Bereichen den grundlegenden Interessen der Völker unserer Länder entspricht, sowie im Sinne der Stärkung der Stabilität und Sicherheit auf dem europäischen Kontinent liegt“, schreibt Putin.

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