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USA verschärfen Einreisebestimmungen

Im New Yorker Stadtteil Manhattan hat am Dienstag ein Attentäter acht Passanten getötet. Am Mittwoch gaben die US-Behörden die Identität des Mannes bekannt. Sein Motiv ist unklar, die Polizei gehen allerdings von einem Terroranschlag aus. Der 29-Jährige wurde von einem Beamten angeschossen und befindet sich in einem kritischen Zustand.

Bei dem Mann handelt es sich laut US-Behörden um einen 29-Jährigen namens Sayfullo Saipov. Der gebürtige Usbeke habe sich seit 2010 legal in den Vereinigten Staaten aufgehalten und über eine Green Card - eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis - verfügt, berichtete am Mittwoch etwa die „New York Times“.

Ob der Mann den Behörden bereits wegen extremistischer Aktivitäten bekannt war, war am Mittwoch noch unklar. Laut US-Medienberichten war schon einmal in seinem Umfeld ermittelt worden, aber Saipov selbst dürfte nicht unter Verdacht gestanden sein. Usbekistan versprach den USA Unterstützung bei den Ermittlungen. Saipov hatte in den USA als Lkw-Fahrer und für den Fahrtendienst Uber gearbeitet.

Abgesperrter Tatort in New York

APA/AP/Bebeto Matthews

Das Fahrzeug des Attentäters kollidierte mit einem Bus

Mit Klein-Lkw auf Passanten losgefahren

Der 29-Jährige hatte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) mit einem zuvor von einem Baumarkt gemieteten Klein-Lkw mehrere Radfahrer und Fußgänger gerammt. Dabei starben acht Menschen, mindestens elf weitere wurden verletzt. Der Attentäter wurde von einem Polizisten angeschossen und in den Bauch getroffen. Er befinde sich „in kritischem Zustand“ in einem Krankenhaus, hieß es am Mittwoch. Unter den Todesopfern befinden sich laut Aussagen der New Yorker Polizei (NYPD) mehrere argentinische Touristen und eine Belgierin. Eine deutsche Staatsbürgerin wurde verletzt.

Einsatzkräfte am Tatort

APA/AP/Bebeto Matthews

Zahlreiche Rettungs- und Einsatzkräfte am Tatort

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Millionenmetropole wurden verstärkt, die traditionelle am Abend des 31. Oktober in New York stattfindende Halloween-Parade wurde dennoch abgehalten. „Das ist ein sehr schmerzhafter Tag für unsere Stadt, aber die New Yorker werden sich nicht wegen eines Terroranschlags ändern“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Polizeichef James O’Neill sprach von einer „Tragödie größten Ausmaßes“. Es gebe aber keine Hinweise auf eine weitere akute Bedrohung in der Stadt, sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo.

Von Polizisten mit Schuss gestoppt

Der Anschlag hatte sich gegen 15.00 Uhr Ortszeit im Südwesten des Stadtteils Manhattan ereignet. Der 29-Jährige lenkte dort auf Höhe der West Houston Street laut „New York Times“ einen zuvor bei der Baumarktkette Home Depot im benachbarten Bundesstaat New Jersey gemieteten Kleinlaster auf einen Rad- und Fußgängerweg. Zahlreiche Straßenblocks weiter an der Chambers Street kollidierte sein Fahrzeug vor einer Highschool mit einem Schulbus und kam zum Stehen. Der Fahrer stieg aus und rief „Allahu Akbar“, arabisch für „Gott ist groß“, wie die Polizei bestätigte.

Der Attentäter hielt danach zwei Waffen in die Höhe, die sich später als eine relativ ungefährliche Paintball-Pistole und ein Luftgewehr herausstellten. Der US-Nachrichtensender CNN meldete, in dem Fahrzeug sei eine auf Englisch verfasste Notiz gefunden worden. In ihr heiße es, die Tat sei im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt worden. Andere Medien hatten von einer arabischen Notiz berichtet. Gouverneur Cuomo sprach am Mittwoch anschließend von einer Verbindung des Attentäters zum IS.

Erster islamistischer Anschlag in Trumps Amtszeit

US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass er seine Regierung angewiesen habe, Sicherheitsüberprüfungen bei der Einreise zu verschärfen. „Ich habe das Heimatschutzministerium gerade damit beauftragt, unser schon jetzt extremes Programm an Sicherheitsüberprüfungen zu intensivieren“, schrieb Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter am Dienstagabend (Ortszeit). „Es ist in Ordnung, politisch korrekt zu sein, aber nicht dafür!“, fügte er hinzu.

Sollte sich die Einschätzung der Sicherheitsbehörden bestätigen, würde es sich um den ersten islamistischen Terroranschlag in der Amtszeit von Präsident Trump handeln. Der Republikaner hat sich seit seinem Amtsantritt vehement für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik in den USA starkgemacht und das damit begründet, dass er die Terrorgefahr für die USA als sehr konkret einschätze. So wollte er ein Einreiseverbot für Menschen aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern einführen, scheiterte damit aber vor Gerichten.

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