Regierung in Syrien nahm letzte größere IS-Bastion ein

Syrische Regierungskräfte haben die letzte größere IS-Bastion in dem Bürgerkriegsland nach Angaben von Aktivsten eingenommen. Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten sich aus der Stadt Albu Kamal im Osten Syriens zurückgezogen, meldete heute die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Dafür hätten ihnen die Regierungskräfte einen Korridor geöffnet.

Karte zeigt Gebiete des IS in Syrien und Irak

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/BBC/IHS Conflict Monitor

Die IS-Miliz hatte in den vergangenen Monaten im Irak und Syrien mehrere schwere Niederlagen erlitten. So verlor die sunnitische Extremistengruppe im Juli nach monatelangen Kämpfen die nordirakische Großstadt Mossul, im Oktober eroberte ein kurdisch-arabisches Bündnis auch die syrische IS-Hochburg al-Rakka. Vergangene Woche fiel dann auch die ostsyrische Großstadt Deir al-Sor an die syrische Armee.

UNO: Evakuierung von 400 Kranken aus Rebellengebiet

Die UNO appellierte untedessen an die Konfliktparteien in Syrien, 400 verletzte und kranke Zivilisten aus der belagerten Rebellenbochburg Ostghuta ausreisen zu lassen. „Rund 400 Männer, Frauen und Kinder müssen sofort weggebracht werden“, sagte der Chef der UNO-Hilfsmission für Syrien, Jan Egeland, in Genf. 29 der Zivilisten, darunter 18 Kinder, werden seinen Angaben zufolge ohne schnelle medizinische Behandlung sterben.

Egeland forderte Regierungstruppen und Rebellen auf, „sofort“ eine Waffenruhe zu vereinbaren, um die Rettungsaktion zu ermöglichen. Die 400 Zivilisten werden seinen Angaben zufolge bisher in Kliniken, Kellern und Notunterkünften in verschiedenen Städten und Dörfern in Ostghuta notdürftig versorgt.

Eine der letzten Rebellenhochburgen

Ostghuta nahe der Hauptstadt Damaskus ist eine der letzten Rebellenhochburgen in Syrien. Die Regierungstruppen von Staatschef Baschar al-Assad belagern die Region seit 2013. Im Juli hatte die syrische Regierung eine Waffenruhe für die Region verkündet. Ostghuta ist Teil einer Deeskalationszone, auf die sich die Konfliktparteien bei Friedensgesprächen in der kasachischen Hauptstadt Astana einigten.

Bisher kamen nach Angaben der UNO aber kaum Hilfslieferungen durch, die von der syrischen Regierung genehmigt werden müssen. Nach Angaben von Egeland bemüht sich die UNO seit Mai um eine Rettungsaktion für die Kranken. Bisher hätten aber nur gut ein Dutzend Menschen ausreisen dürfen. Sieben Kranke, darunter auch einige Kinder, seien bereits gestorben, weil sie nicht weggebracht werden konnten.