Ukraine baut Atommüllzwischenlager bei Tschernobyl

Die Ukraine hat in der Sperrzone um das 1986 zerstörte Kernkraftwerk Tschernobyl mit dem Bau eines Zwischenlagers für Atommüll begonnen. „Ab 2020 können wir die Energieunabhängigkeit der Ukraine in Fragen des Umgangs mit aufgebrauchtem Atombrennstoff gewährleisten“, so Regierungsvize Wladimir Kistion laut einer Mitteilung gestern.

In dem neuen Lager sollen ausgebrannte Brennstäbe der Atomkraftwerke Riwne, Chmelnyzkyj und Juschnoukrajinsk gelagert werden. Bisher nimmt Russland die Reaktorabfälle der drei Kraftwerke ab. Transport, Lagerung und Wiederaufbereitung kosten Kiew jährlich bis zu 180 Millionen Euro.

Solarstation wird aufgebaut

Einzig in Europas größtem Atomkraftwerk Saporischschja werden aufgebrauchte Brennstäbe der sechs Reaktoren auf dem eigenen Gelände zwischengelagert. Pläne für ein Endlager gibt es bisher nicht. Mit Atomenergie werden inzwischen über 60 Prozent des Strombedarfs der Ukraine gedeckt.

Ende Oktober wurde Medienberichten zufolge zudem unweit von Tschernobyl mit der Montage einer ersten Solarstation begonnen. Diese soll bereits Ende 2017 bis zu 1024 Megawatt Strom liefern. Vor 31 Jahren war der vierte Reaktor des Kernkraftwerks explodiert. Die radioaktive Wolke verstrahlte große Gebiete in der heutigen Ukraine, Weißrussland und Russland und erreichte auch Nord- und Westeuropa.