Panzerkolonne außerhalb Simbabwes Hauptstadt gesichtet

Vier Panzer sind heute Augenzeugenberichten zufolge dabei gesichtet worden, wie sie in Richtung der simbabwischen Hauptstadt Harare gefahren sind. Der Vorfall ereignet sich einen Tag nachdem der Armeechef in Simbabwe erklärt hatte, dass das Militär bereit sei „einzuschreiten“, sollte es weitere Säuberungen unliebsamer Beamter und Politiker geben.

Einem Augenzeugen zufolge sollen zwei weitere Panzer neben der Hauptstraße von Harare nach Chinhoyi parken, etwa 20 Kilometer von der Stadt entfernt, so die Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Panzer, der in Richtung Hauptstadt ausgerichtet war, sei von seinem Weg abgekommen.

Eine Bürgerin in Harare sagte, dass im Zentrum der Stadt an fast jeder Kreuzung Soldaten zu sehen seien, was „sehr ungewöhnlich“ sei.

Berichte: Panzer auf dem Weg zur Präsidentengarde

Weiteren Berichten zufolge hätten sich die Panzer kurz bevor sie Harare erreicht hätten, gedreht und seien auf dem Weg zur Präsidentengarde, deren Sitz in Dzivarasekwa, einem Vorort der Stadt, liegt. Simbabwes Präsident Robert Mugabe (93) hielt dort das wöchentliche Kabinettstreffen in der Hauptstadt ab. Regierungsbeamte waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zuvor hatte der Oberkommandant der simbabwischen Streitkräfte die Regierung von Mugabe öffentlich kritisiert und eine deutliche Warnung ausgesprochen. Die ungewöhnliche Drohung kam nur wenige Tage nachdem der Langzeitpräsident erklärt hatte, mehr als 100 leitende Beamte mit Verbindungen zum früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa feuern zu wollen. Mnangagwa hatte er vergangene Woche entlassen.

Ein Mitarbeiter von Präsident Mugabe sagte allerdings, der Staatschef gehe wie gewohnt seinen Amtsgeschäften nach. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur sah Mugabes Dienstwagen und Wagenkolonne am Nachmittag wie üblich am Amtssitz des Präsidenten geparkt.