Kritik an Puma: Jahrhundertealte Häuser „verschandelt“

Der Sportartikelhersteller Puma ist wegen eines Werbespots in Indien in die Kritik geraten. Denkmalschützer warfen dem Unternehmen gestern vor, die Fassaden mehrerer Baudenkmäler in der Altstadt von Neu-Delhi mit Graffiti verschandelt zu haben.

Mit den Wandbildern an jahrhundertealten Gebäuden habe Puma dem im 17. Jahrhundert unter Großmogul Shah Jahan erbauten Viertel „dauerhaften Schaden“ zugefügt, sagte die Denkmalschützerin Swapna Liddle. In dem beanstandeten Werbespot für eine neue Schuhkollektion treten indische Rapper und Hip-Hop-Tänzer in Zügen und Häusern auf, die großflächig mit Graffiti besprüht sind. Gedreht wurde neben Neu-Delhi auch in der Wirtschaftsmetropole Mumbai.

„Unsensible“ Aktion im Kulturerbe-Gebiet

„Das ist ein Kulturerbe-Gebiet“, sagte Liddle von der indischen Gesellschaft zum Schutz des künstlerischen und kulturellen Erbes über die Drehorte in Neu-Delhi. „Man kann nicht einfach hingehen und malen, was man will.“ Verantwortlich für die „unsensible“ Aktion seien nicht nur die Werbefilmer, sondern auch die Verantwortlichen bei Puma und alle, die „dabeigestanden sind“.

Puma betonte, die historische Bedeutung der Gebäude sei dem Unternehmen nicht bewusst gewesen. „Der Besitzer wusste nicht, dass sein Haus unter Denkmalschutz steht, und daher wurde uns das auch nicht mitgeteilt“, sagte ein Sprecher. Puma sagte aber zu, den ursprünglichen Zustand der Fassaden wiederherzustellen.

Der Hausbesitzer wies die Kritik der Denkmalschützer entschieden zurück. Über seinen Privatbesitz könne er allein entscheiden, wurde Arun Khandelwal im „Indian Express“ zitiert. Dank der Graffiti sehe die Gegend nun viel „besser und lebendiger“ aus.