Macron kündigt Aktionsplan für Banlieues an

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen neuen Aktionsplan für die von sozialen Problemen geplagten Vorstädte (Banlieues) angekündigt. Damit will er islamistischer Radikalisierung vorbeugen. Diese habe mehrere tausend Menschen in Problemvierteln erreicht, sagte Macron gestern, und führte das darauf zurück, dass der Staat dort oft keine Antworten mehr gebe. „Diese Radikalisierung hat sich einen Platz verschafft, weil die Republik abgedankt hat“, so der Präsident.

Zehn Milliarden für Renovierung

Der Plan soll bis Februar vorliegen, Macron gab aber bereits die Richtung vor. So sollen Unternehmen Unterstützung bekommen, wenn sie Arbeitslosen aus einkommensschwachen Vierteln einen unbefristeten Job geben. Zugleich soll stärker gegen Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt vorgegangen werden. Macron stellte zehn Milliarden Euro für die Renovierung von Stadtvierteln in Aussicht. Büchereien sollen länger öffnen, Alleinerziehende mehr Unterstützung bekommen, die medizinische Versorgung verbessert werden. Zudem soll ein Plan gegen Radikalisierung vorgelegt werden.

Die von hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Chancenlosigkeit geprägten Problemviertel sind seit Langem ein brisantes Thema in Frankreich. Macron hatte vor Kurzem selbst von einer „Ghettoisierung gewisser Viertel“ gesprochen. Immer wieder hatten die verschiedenen Regierungen in den vergangenen Jahren Milliarden in Programme gepumpt.