Militär übernimmt in Simbabwe zeitweise Kontrolle

Das Militär in Simbabwe hat nach eigenen Angaben zeitweise die Kontrolle über den Staat übernommen. Es gehe darum, eine „sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche“ Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Sibusiso Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen.

Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte er. Es gehe darum, Verbrecher zur Strecke zu bringen. Präsident Robert Mugabe und seine Familie seien in Sicherheit. Sobald sich die Situation wieder normalisiert habe, solle zur normalen Regierung zurückgekehrt werden. Er forderte Sicherheitskräfte auf, mit dem Militär zu kooperieren.

Finanzminister festgesetzt

Das Militär hat bei seiner Machtübernahme Finanzminister Ignatius Chombo festgesetzt. Damit werde das Ziel, „Kriminelle“ auszuschalten, verfolgt, sagte eine Regierungsquelle. Chombo war ein führendes Mitglied der G40-Fraktion der regierenden ZANU-PF Partei, die von Grace, der Frau des Langzeitpräsidenten Robert Mugabe, geführt wird. Grace will Mugabe folgen.

Berichte über Explosionen in Harare

In der Nacht hatte es zuvor Berichte über mindestens drei laute Explosionen in der Hauptstadt Harare gegeben. Zudem war es seit gestern zu einer verstärkten Militärpräsenz in der Hauptstadt gekommen. Die Botschaften der USA und Großbritanniens ermahnten ihre Staatsbürger in Simbabwe wegen der unklaren Situation zu großer Vorsicht und forderten sie auf, zu Hause zu blieben.

Die Zuspitzung der Krise ergab sich, nachdem Militärchef General Constantino Chiwenga der Regierung von Langzeitpräsident Mugabe (93) am Montag öffentlich gedroht hatte, die Armee sei angesichts der Krise im Land bereit „einzuschreiten“. Die Regierungspartei Zanu-PF erklärte daraufhin gestern Abend, die Äußerungen Chiwengas kämen einem Verrat gleich.