Simbabwes Militär setzt Finanzminister fest

Das Militär hat bei seiner Machtübernahme in Simbabwe Finanzminister Ignatius Chombo festgesetzt. Damit werde das Ziel, „Kriminelle“ auszuschalten, verfolgt, sagte eine Regierungsquelle heute. Chombo war ein führendes Mitglied der G40-Fraktion der regierenden Zanu-PF Partei, die von Grace, der Frau des Langzeitpräsidenten Robert Mugabe (93), geführt wird. Grace will Mugabe folgen.

Putschspekulationen zurückgewiesen

Das Militär hat nach eigenen Angaben zeitweise die Kontrolle über den Staat übernommen. Es gehe darum, eine „sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche“ Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Sibusiso Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen.

Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte er. Es gehe darum, Verbrecher zur Strecke zu bringen. Präsident Mugabe und seine Familie seien in Sicherheit. Sobald sich die Situation wieder normalisiert habe, solle zur normalen Regierung zurückgekehrt werden. Er forderte Sicherheitskräfte auf, mit dem Militär zu kooperieren.

Berichte über Schüsse nahe Mugabes Wohnsitz

In der Nacht hatte es Berichte über mindestens drei laute Explosionen in der Hauptstadt Harare gegeben. Zudem sollen laut einem Augenzeugen in der Nähe von Mugabes Wohnsitz in Harare Schüsse gefallen sein. „Aus Richtung seines Hauses haben wir rund 30 oder 40 Schüsse gehört, die kurz nach 2.00 Uhr morgens innerhalb von drei oder vier Minuten abgegeben wurden“, sagte ein Anrainer der Nachrichtenagentur AFP.

Die Botschaften der USA und Großbritanniens ermahnten ihre Staatsbürger in Simbabwe wegen der unklaren Situation zu großer Vorsicht und forderten sie auf, zu Hause zu blieben.

Die Zuspitzung der Krise ergab sich, nachdem Militärchef General Constantino Chiwenga der Regierung am Montag öffentlich gedroht hatte, die Armee sei angesichts der Krise im Land bereit „einzuschreiten“. Die Regierungspartei Zanu-PF erklärte daraufhin, die Äußerungen Chiwengas kämen einem Verrat gleich.