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Fast jedes zehnte Mädchen heiratet vor 15

Die bittere Armut im südlichen Afrika - etwa in Malawi und Mosambik - wird durch die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels nochmals verschärft. Unter anderem gibt es immer mehr Kinderehen - oft verbunden mit lebenslangen Nachteilen wie fehlender Bildung. In Malawi heiraten laut Statistik des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) 46 Prozent der Frauen vor ihrem 18. Geburtstag. Neun Prozent heiraten, bevor sie das 15. Lebensjahr erreichen.

Vier junge malawische Frauen

Gethin Chamberlain

Alle diese Mädchen sind bereits verheiratet: Carlina Nortino, 15; Muacheia Amade, 14; Lucia Eusebio, 15, Fatima Amisse; 14

Junge malawische Frau mit Kind

Gethin Chamberlain

Majuma Julio - hier mit ihrem Kind - ist 17 und das dritte Jahr verheiratet. Majuma geht immer noch in die Schule, ihr Mann unterstützt sie dabei.

Malawische Einwohner werfen lange Schatten auf einem ausgetrockenten Boden

Gethin Chamberlain

Die Weltbank rechnet in Malawi mit einem Anstieg der Temperatur um drei Grad bis 2060. In Mosambik soll die Durchschnittstemperatur sogar um 3,7 Grad steigen.

Malawische Kinder bei einer Wasserstelle

Gethin Chamberlain

Mädchen im Dorf Kachaso in Malawi

Junge malawische Familie mit drei Kindern

Gethin Chamberlain

Bei einer verheerenden Flut vor zwei Jahren verlor die damals 14-jährige Rute ihre Eltern. Nachdem sie sich in einem Camp für Flutopfer allein durchschlagen musste, entschied sie sich, Fumulani zu heiraten, der ebenfalls seine Eltern verloren hatte. Im Bild: Fumulani und Rute mit ihrer kleinen Tochter Thokozani und Fumulanis beiden Geschwistern Eliya und Amines.

Arbeiter in einer Plantage

Gethin Chamberlain

Der Bezirk Nsanje im Süden Malawis ist eine der ärmsten Regionen des Landes und besonders stark von Naturkatastrophen betroffen. Bei den verheerenden Überschwemmungen 2015 wurden Tausende Menschen obdachlos. 2016 folgte eine schwere Dürre.

Junge malawische frau mit zwei Kindern

Gethin Chamberlain

Theresa Januario mit Tochter Atija und Sohn David in Moma, im Norden Mosambiks. Mit 15 musste sie heiraten, weil ihr Vater sie nicht mehr ernähren konnte. Ihren Mann hat sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen - er ging auf der Suche nach Arbeit in den Süden des Landes.

Ein Fischer auf einem Boot

Gethin Chamberlain

Mit einer fast 2.800 Kilometer langen Küste ist die Fischerei eine wichtige Einkommensquelle in Mosambik. Doch der steigende Meeresspiegel und Küstenerosion sind eine Bedrohung für Millionen von Menschen.

Junge malawische Frau

Gethin Chamberlain

Carlina Nortino lebt im Bezirk Larde im Norden Mosambiks. Sie hat mit 13 Jahren einen um zwei Jahre älteren Burschen geheiratet. Dieses Jahr hat Carlina ihr erstes Kind auf die Welt gebracht. Das Baby hat nicht überlebt, es gab Komplikationen. Den Transport in das Krankenhaus konnte sich die Familie nicht leisten. „Ich bin mir sicher, dass mein Sohn noch am Leben wäre, wenn mein Vater und mein Mann nicht so arm wären.“

Ausgetrockneter Fluss in Mosambik

Gethin Chamberlain

Ausgetrocknetes Flussbett in Nataka, in dem Carlinas Vater noch bis vor wenigen Jahren fischte. Er und viele andere verloren damit ihre Lebensgrundlage.

Junge malawische Frau sitzt auf einem Sessel

Gethin Chamberlain

Ntonya musste nach verheerenden Überschemmungen mit 13 Jahren heiraten. Jetzt, mit 15, hat sich ihre Lage noch immer nicht gebessert. Um sich und ihren einjährigen Sohn zu ernähren, müssen Ntonya und ihr Mann Feuerholz sammeln und verkaufen.

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