Türkei: Justiz beschlagnahmt Goldhändler Zarrabs Vermögen

Die türkische Justiz will das Vermögen des in den USA als Belastungszeuge in einem Prozess auftretenden türkisch-iranischen Goldhändlers Reza Zarrab beschlagnahmen lassen. Ein Staatsanwalt habe eine entsprechende Anordnung erteilt, berichtete gestern die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Das stehe im Zusammenhang mit einer Ermittlung, hieß es weiter.

In dem Prozess in New York hatte Zarrab tags zuvor ausgesagt, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe von einem Komplott zur Umgehung von Sanktionen der USA gegen den Iran gewusst. Zarrab hätte bei dem brisanten Gerichtsverfahren neben anderen Angeklagten eigentlich selbst auf der Anklagebank sitzen sollen.

Aussage als Belastungszeuge

Überraschend einigte er sich dann aber mit der Staatsanwaltschaft darauf, als Zeuge auszusagen und sich schuldig zu bekennen. Nun tritt er als Belastungszeuge auf. Auf der Anklagebank sitzt jetzt nur der frühere Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, Mehmet Hakan Atilla.

Zarrab war im März 2016 während einer Reise nach Florida festgenommen worden, Atilla rund ein Jahr danach. Alle anderen Beschuldigten in dem Fall, darunter auch der frühere Halkbank-Chef Süleyman Aslan, halten sich nicht in den USA auf.

Mit einem Ende des Verfahrens in New York wird noch in diesem Jahr gerechnet. Zarrab soll in der Türkei einen luxuriösen Lebensstil geführt haben. Auch das Vermögen seiner Verwandten solle beschlagnahmt werden, berichtete Anadolu weiter.