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Warnung vor Verteilung im Meer

Für viele steht Glitzer für Freude und Spaß, doch immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern nun ein Verbot von Glitzer. Denn die kleinen Teilchen werden sehr langsam abgebaut und können sich in der Umwelt anreichern - und gefährden als Mikropartikel Tiere und Umwelt, vor allem im Meer.

„Jeder Glitzer sollte verboten werden“, so Trisia Farrelly, die an der Massey University in Neuseeland die Auswirkungen von Plastik erforscht, gegenüber dem Independent. Mit der Forderung ist Farrelly nicht allein: Von Großbritannien bis Australien unterstützen immer mehr Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen diese Forderung. „Wir wissen noch nicht, was Glitzer alles bewirkt“, meint etwa Anas Ghadouani von der University of Western Australia gegenüber ABC Australien. Aber Glitzer sei kein natürliches Produkt, das sich einfach zersetze, und könne sich überall anreichern.

Glitzer ist meist Mikroplastik

Handelsüblicher Glitzer wird aus Plastik oder Metall hergestellt und ist entsprechend beständig. Im Gegensatz zu Plastiksackerln oder -flaschen muss sich Glitzer aber nicht erst auflösen, um Mikroplastik zu werden - Glitzer ist, je nach Ausgangsmaterial, bereits Mikroplastik. Mikroplastik ist oft mit dem freien Auge nicht erkennbar, doch viele Tiere nehmen die kleinen Partikel mit der Nahrung auf - und die Teilchen reichern sich in ihnen an.

Glitzer

Getty Images/EyeEm/Coline Ali-Belhadj

Glitzer verteilt sich auf allen Wegen und Ebenen gut

Über den Konsum von Fischen und anderen Meerestieren kann das Plastik dann auch den Menschen erreichen. Bei Tieren, im Speziellen Fische, wurden negative Auswirkungen des Plastiks bereits nachgewiesen. Laut einer Studie des Meeresbiologen Richard Thompson von der University of Plymouth findet sich bereits in jedem dritten Fisch, der in Großbritannien gefangen wird, Mikroplastik.

Glitzer ist weit verbreitet

Doch Glitzer wird nicht nur als Dekomaterial auf Karten oder Kleidung verwendet, er ist auch in vielen Körperpflegeprodukten und Kosmetik enthalten. Er sei sehr beunruhigt gewesen, als jemand seinen Töchtern Duschgel mit Glitzer geschenkt habe, so Thompson. „Das Zeug geht durch den Abfluss potenziell direkt in die Umwelt.“ Glitzer hat Thompson laut „National Geographic“ in den Fischen allerdings nicht gefunden. Thompson sieht auch noch keinen dringenden Bedarf für ein Verbot, weil es noch zu wenige Daten gebe.

Das meiste Mikroplastik kommt immer noch von Gebrauchsplastik wie eben Sackerln, Flaschen und Verpackungen und Körperpflegeprodukten wie Zahnpasta und Peelings. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzen, dass alleine in den USA täglich acht Billionen Plastikpartikel unter einem Millimeter Größe ins Wasser gelangen. Die USA haben die Herstellung von Kosmetik und Körperpflegeprodukten mit kleinen Plastikteilchen bereits verboten, ebenso Kanada. Auch die Niederlande und Neuseeland haben sich dem Kampf gegen künstliche Mikropartikel in Kosmetika verschrieben.

Hersteller setzen bewusst auf glitzerfrei

Wissenschaftler und Expertinnen argumentieren allerdings, dass es auch bei den Firmen sowie Kundinnen und Kunden ein Umdenken geben muss. Einige britische Kindergärten haben Glitzer bereits verboten, berichtet die BBC. Auch Kosmetikhersteller wie etwa Lush haben begonnen, auf Glitzer auf PET-Basis in Produkten zu verzichten. Mittlerweile gibt es auch Firmen, die sich auf die Herstellung von ökologisch unbedenklichem Glitzer spezialisiert haben.

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