Geldwäsche: 18 Beschuldigte rund um Meinl-Bank-Geschäfte

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ermittelt gegen 18 Beschuldigte wegen Verdachts der Geldwäsche - darunter Verantwortliche der Meinl Bank. Wie das Ö1-Morgenjournal heute berichtet, soll der brasilianische Odebrecht-Konzern über die Meinl Bank auf der Karibikinsel Antigua mehr als hundert Millionen Dollar an Schmiergeld für Bauaufträge gezahlt haben.

Nach einer Anzeige der Finanzmarktaufsicht wird ermittelt. Staatsanwaltschaftssprecher Konrad Kmetic bestätigte gegenüber Ö1, dass ein Ermittlungsverfahren zu Geldwäschevorwürfen am Laufen sei, das zu „Transaktionen zwischen dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht, der ja im Ausland in Brasilien mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert war, und der Meinl Bank Antigua“ führe.

Laut einem Ö1 vorliegenden Vertrag seien nur mit Zustimmung aus Wien wichtige Entscheidungen getroffen worden, laut südamerikanischen Medienberichten soll ein Kronzeuge ausgesagt haben, dass bei bestimmten Offshore-Geschäften eine Provision von 0,5 Prozent nach Wien geflossen sei. Von rund 40 angezeigten Verdächtigen wird nun etwa die Hälfte als Beschuldigte geführt.

Ermittlungen auch wegen Ukraine-Geschäften

„Das Verfahren betrifft bisher 18 konkret Beschuldigte, wir haben aktuell einen Schadensbetrag im dreistelligen Millionenbereich,“ so Staatsanwalt Kmetic. In diese Zahlen eingerechnet seien aber auch Ermittlungen zu Geldtransaktionen zwischen der Ukraine und der Meinl Bank. Der Vorwurf in dieser Causa betrifft Millionenkredite an Briefkastenfirmen ukrainischer Bankeigentümer, besichert durch Zahlungen von ukrainischen Banken an die Meinl Bank.

Von den Meinl-Bank-Anwälten heißt es gegenüber Ö1, dass der Großteil der Ermittlungen eingestellt sei, auch gegen Julius Meinl V. werde nicht mehr ermittelt. Die Odebrecht-Korruptionsgeschäfte wiederum seien für die Meinl Bank nicht erkennbar gewesen, so die Anwälte. Im Sommer 2016 habe die Bank selbst eine Geldwäscheverdachtsmeldung erstattet. Damals waren in Brasilien allerdings längst die Korruptionsermittlungen im Laufen.